Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Stimmphysiologie: Das Saitenblas-Instrument

Ein bisschen Trompete, ein bisschen Geige – ihre Vielseitigkeit verdankt die Singstimme vor allem nichtlinearen Effekten.
BildLaden...
Allein an seiner Größe gemessen erscheint unser Kehlkopf (fachlich: Larynx) wenig beeindruckend, in einem klassischen Orchester rangierte er auf einer Stufe mit der Pikkoloflöte. Wie also gelingt es Solisten, gegen Streicher und Bläser zu bestehen – und obendrein eine enorme Bandbreite von Lauten hervorzubringen? Mehr als ein halbes Jahrhundert lang erklärten Wissenschaftler solche Fähigkeiten mit einer linearen Theorie, der zufolge Tonerzeugung und -verstärkung unabhängig voneinander arbeiten sollten. Inzwischen wissen sie: Nichtlineare Wechselwirkungen spielen bei der Stimmtonerzeugung (fachlich: Phonation) eine zentrale Rolle.

Wie bei jedem Instrument lassen sich auch beim menschlichen Vokaltrakt drei Grundkomponenten unterscheiden: Tonquelle, Resonanzkörper und Schallöffnung. Die Quelle erzeugt einen Klang, der sich aus einer Grundfrequenz und Vielfachen davon, den Obertönen, zusammensetzt; Erstere bestimmt die Tonhöhe, Letztere machen die Klangfarbe aus. Durch Mitschwingen eines Resonanzkörpers wird der Schall verstärkt und über eine Öffnung oder Fläche in die Umgebung abgestrahlt.

Bei der Trompete etwa entsteht die Grundschwingung, weil die gespannten Lippen des Musikers vibrieren, wenn Luft durch das Mundstück gepumpt wird. Metallrohre verstärken den Ton, der sich weitende Schalltrichter sendet ihn aus. Die Tonhöhe ändert der Musiker zum einen durch die Lippenspannung, zum anderen über Ventile, die weitere Rohre zuschalten und so die effektive Länge des Instruments verändern. Die Geige hingegen verdankt ihren Klang den schwingenden Saiten, deren Ton vom hölzernen Korpus intensiviert und von den so genannten f-Löchern abgestrahlt wird.

....
Februar 2009

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Februar 2009

Kennen Sie schon …

Musik - Klangvoller Genuss und Therapie

Spektrum Kompakt – Musik - Klangvoller Genuss und Therapie

Musik ist weit mehr als nur klangvoller Genuss: Sie hält Körper und Gehirn auf Trab und ist ein fester Bestandteil vieler Therapieansätze.

Ratgeber 3/2016

Gehirn&Geist – Ratgeber 3/2016: Psychosomatik

Dissoziation: Wenn sich das Ich fremd anfühlt • Stress: Warum Haut und Herz leiden • Spezial Ernährung: Wie der Darm die Psyche stärkt • Therapie: Mit Neurofeedback Schmerzen lindern

Lesermeinung

2 Beiträge anzeigen

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!