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Chronisches Erschöpfungssyndrom: Dauermüde durch zu heftige Immunabwehr

Ein übermäßig aktives Immunsystem könnte eine Ursache für das chronische Erschöpfungssyndrom sein, bei dem sich die Betroffenen dauerhaft müde und abgeschlagen fühlen. Das zeigt eine Studie, für die ein Team um Alice Russell vom King’s College in London 54 Patientinnen und Patienten mit einer chronischen Hepatitis-C-Infektion untersuchte. Wie die Forscher berichten, entwickelte ein Drittel der Versuchspersonen ein chronisches Erschöpfungssyndrom, nachdem die Patienten mehrere Monate lang mit Interferon-alpha behandelt worden waren, das die zelluläre Immunabwehr anregt.

Entsprechend reagierten die Betroffenen während der Interferontherapie stärker auf die Stimulierung des Immunsystems – gemessen an einem heftigeren Anstieg der Interleukine 6 und 10. Auch ein höherer Interleukinwert vor der Behandlung schien das Risiko für eine lange Erschöpfungsphase danach zu erhöhen.

Wie genau Immunsystem und chronisches Erschöpfungssyndrom miteinander zusammenhängen, bleibt allerdings weiterhin unklar. Zudem gehen Forscher davon aus, dass die Erkrankung je nach Situation auf verschiedenen Wegen ausgelöst werden kann.

3/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 3/2019

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  • Quelle
Psychoneuroendocrinology 10.1016/j.psyneuen.2018.11.032, 2018