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Astronomiegeschichte: Der Entdecker der interstellaren Materie

Am Astrophysikalischen Observatorium Potsdam wies ­Johannes Hartmann im Jahr 1904 mit dem Großen Refraktor das fein ­verteilte Gas zwischen den Sternen nach. Er war Erfinder ausgezeichneter Instrumente. Der ­Direktor der Sternwarte ­Göttingen wurde im Jahr 1921 Leiter der ­argentinischen National­sternwarte La Plata.
Amateuraufnahme der Gürtelsterne im Orion

Der Astronom Johannes Hartmann dürfte Laien unbekannt sein, ist jedoch für viele Profis noch heute ein Begriff, weil sein Name untrennbar mit der Hartmann-Prüfmethode für Fernrohroptiken verbunden ist. Er lebt im Shack-Hartmann-Wellenfrontsensor für die adaptiven Optiken der größten Teleskope der Erde weiter. Weniger erinnert man sich an seine Beiträge zur Astrophysik, so die Entdeckung des interstellaren Mediums am Astrophysikalischen Observatorium in Potsdam, und an seine Leistungen als anpackender Sternwartendirektor in Göttingen und La Plata. Hartmanns wissenschaftliches Lebens­werk wurde nach seinem Tod im Jahr 1936 in Nachrufen gewürdigt.

Jetzt erlaubt die Auswertung seines umfangreichen Briefwechsels mit dem Heidelberger Astronomen Max Wolf einen vollständigeren Überblick über seinen Werdegang. Neben den ähnlichen wissenschaftlichen Interessen der beiden fast gleichaltrigen Kollegen, zeichnet ihr Austausch auch ein Zeitbild der deutschen Astro­nomie und Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Zusätzlich gewährte uns Hartmanns Enkel Michael Hartmann Einblicke in den Nachlass seines Großvaters.

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