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Radioastronomie: Der dunkle Kern der Milchstraße

2022 gab es die erste Fotografie von der unmittelbaren Umgebung des supermassereichen Schwarzen Lochs in unserer Galaxis - ein Auftakt für weitere Beobachtungen dieser Art. Sie werden helfen, die extremen Objekte besser zu verstehen.
Die Aufnahme von Sagittarius A* des Event-Horizon-Teleskopverbunds

Im Herzen der Milchstraße schleudern Sterne mit mehreren Prozent der Lichtgeschwindigkeit um den scheinbar leeren Raum herum. Schon seit Jahrzehnten gibt es die Hypothese, nur ein supermassereiches Schwarzes Loch mit seiner konzentrierten Schwerkraft könne die extremen Beschleunigungen verursachen. Doch bis zum Jahr 2022 waren viele Formulierungen be­merkenswert zurückhaltend, da es nur indirekte Beweise gab. Als beispielsweise 2020 der US-Astronomin Andrea Ghez und ihrem deutschen Kollegen Reinhard Genzel eine Hälfte des Nobelpreises für Physik zuerkannt wurde, hieß es in der Begründung zur Entscheidung noch recht reserviert, sie hätten ein »supermassereiches kompaktes Objekt im Zentrum unserer Galaxie« entdeckt.

Im Mai 2022 hat das Team eines internationalen Großprojekts namens Event Horizon Telescope (EHT) jedoch Klarheit über den Charakter von »Sagittarius A*« geschaffen. Es hat das erste direkte Foto von der unmittelbaren Umgebung des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße enthüllt. Das war zwar nicht das erste Bild dieser Art, denn bereits im April 2019 hatte die Forschungsgruppe einen ähnlichen Schnappschuss für den Fall des Exemplars in der 55 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie Messier 87 (M87) veröffentlicht. Aber Sagittarius A* ist etwas Besonderes, denn es handelt sich gewissermaßen um unser eigenes supermassereiches Schwarzes Loch. Es ist der Punkt, um den das Sonnensystem und alles andere in unserer Galaxis kreist …

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  • Quelle

Event Horizon Telescope Collaboration et al.: First Sagittarius A* Event Horizon Telescope results. I. The shadow of the supermassive black hole in the center of the Milky Way. The Astrophysical Journal Letters 930, 2022