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Ekel: Der Igitt-Effekt

Lange Zeit hielten Forscher die Insula oder "Inselregion" für den Hort des Ekels im Gehirn. Doch neuere Studien beweisen: Ein komplexes neuronales Netzwerk lässt uns vor Verdorbenem oder anderen Gefahren zurückschrecken. Die Emotionsforscherin Anne Schienle von der Universität Graz erklärt, warum dieses Schutzprogramm so tief in uns wurzelt.
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Ratten, Spinnen, Schlangen, verdorbene Milch, Käsefüße, der Geruch von Katzenfutter oder auch nur ein feuchter Händedruck – das ist bloß eine kleine Auswahl der Dinge, vor denen sich Menschen ekeln können. Dann rümpfen sie die Nase, ziehen die Oberlippe hoch, strecken die Zunge heraus: das typische Ekelgesicht. Dieser mimische Ausdruck ist universell, selbst in fernen Kulturen, ob in Afrika, Südamerika oder Asien, machen angewiderte Menschen die gleiche Grimasse.
Nach Ansicht von Evolutionsbiologen hat das einen guten Grund: Ekel ist ein Schutzprogramm. Psychologen zählen ihn zu den grundlegendsten Gefühlen überhaupt, er ist eine Ba­sisemotion. Gerät ein Mensch mit übel Riechendem oder Schmeckendem in Kontakt, so spuckt er aus, empfindet Übelkeit. Das bewahrt ihn davor, schlecht schmeckende oder giftige Nahrung aufzunehmen und unnötige Gefahren einzugehen. Die Ekelreaktion scheint demnach ein Überbleibsel des Würgereflexes zu sein ...
Dezember 2010

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist Dezember 2010

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  • Quellen
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Wicker, B. et al.: Both of Us are Disgusted in my Insula: the Common Neural Basis of Seeing and Feeling Disgust. In: Neuron 40, S. 655-664, 2003.