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Interview: Der LHC nach Higgs: Die Suche bleibt spannend

Am 4. Juli 2012 verkündeten Physiker des europäischen Forschungszentrums CERN, am Beschleuniger LHC ein neues Teilchen entdeckt zu haben. Es könnte sich um das schon 1964 postulierte Higgs-Boson handeln – der letzte noch fehlende Baustein des Standardmodells der Elementarteilchenphysik. Über die Bedeutung des Funds hat "Spektrum der Wissenschaft" mit Siegfried Bethke gesprochen. Der Direktor am Max-Planck-Institut für Physik in München spielt eine führende Rolle am CERN und ist maßgeblich am LHC-Experiment ATLAS beteiligt.
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Spektrum der Wissenschaft: Herr Professor Bethke, das Higgs-Boson, das nun mutmaßlich nachgewiesen wurde, soll Elementarteilchen ihre Masse verleihen. Erklärt es somit auch, warum wir selbst etwas wiegen?

Siegfried Bethke: Wir müssen zwei Massebegriffe unterscheiden. Da ist zum einen die Masse der Elementarteilchen, also die Masse von fundamentalen Partikeln wie den Elektronen, Quarks oder den Kraftteilchen. Für sie ist das Higgs zuständig. Zum anderen ist da die makroskopische Masse, die wir aus dem Alltag kennen. Wenn ein Gegenstand, sagen wir, 100 Kilogramm auf die Waage bringt, dann ergibt sich seine Masse aus den Atommassen. Die Masse eines Atoms ist aber eben nicht einfach die Summe, die man erhält, wenn man die Massen der jeweils drei Quarks zusammenrechnet, aus denen die Kernbausteine, also Protonen und Neutronen, bestehen. Dieser Wert ist makroskopisch sogar fast vernachlässigbar. Stattdessen ergibt sich die Atommasse vor allem aus der enorm starken Bindungsenergie der Quarks – und die ist laut Einsteins Relativitätstheorie äquivalent zur Masse. Selbst wenn Quarks masselos wären, würden die Gegenstände in unserer Welt also fast nicht an Gewicht verlieren. Anders gesagt: Mit der makroskopischen Masse hat das Higgs kaum etwas zu tun, wohl aber mit der Masse von Elementarteilchen...

Oktober 2012

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Oktober 2012

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