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Finanzmathematik: Der Milliardenbetrug und die Rentenversicherung

Alte Anleger werden mit dem Geld der neuen ausgezahlt: Das ist das betrügerische Prinzip der Ponzi-Pyramide, die über kurz oder lang scheitern muss. Aber hinreichend abstrakt betrachtet arbeitet die staatliche Rentenversicherung nicht grundsätzlich anders.
Ponzi-Pyramide
Wenn die Schadenssumme der Maßstab ist, dann heißt der größte Betrüger der Weltgeschichte wahrscheinlich Bernard Madoff. Seine Geschädigten beklagen einen Verlust zwischen 10 und 65 Milliarden Dollar; mit diesem Geld hätte man ungefähr 10 000 bis 65 000 Teilnehmer der deutschen Fernsehlotterie mit Traumhäusern ausstatten können. Dass man die Schadenshöhe nicht genauer beziffern kann, liegt an den Besonderheiten dieser Betrugsform; wir kommen darauf zurück.

Madoffs Schwindel beruhte auf einer so genannten Ponzi-Pyramide. Das Prinzip ist einfach und hat eine gewisse Verwandtschaft mit dem der Kettenbriefe. Bei der genaueren Analyse zeigen sich jedoch Überraschungen. So kann es selbst dann rational sein, sein Geld einer Institution anzuvertrauen, wenn man weiß, dass diese nach einem Ponzi-Schema arbeitet.

Der Klassiker: Charles Ponzi

Die Grundidee ist schnell erzählt. Der Betrüger verspricht eine Rendite weit oberhalb des Marktüblichen, sagen wir 30 Prozent pro Jahr, während andere Anbieter allenfalls 10 Prozent versprechen. Anstatt das ihm anvertraute Geld anzulegen, zahlt er damit diejenigen Anleger aus, die das System verlassen wollen: Die Neueinsteiger bezahlen die Aussteiger. Selbstverständlich bedient sich der Betreiber…
Juli 2010

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Juli 2010

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