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Der rätselhafte Fluss der Zeit

Wir erleben, wie die Zeit unaufhaltsam dahinströmt – von der unabänderlichen Vergangenheit über die flüchtige ­Gegenwart zur unbekannten Zukunft. Doch für Physiker ist das nur eine Illusion.
Gather ye rosebuds while ye may, / Old Time is still a-flying.« (Etwa: Sammle nur Rosenknospen, solang du kannst, / die alte Zeit verfliegt dir doch.) Mit diesem Vers drückte der englische Dichter Robert Herick im 17. Jahrhundert die gängige Überzeugung aus, dass die Zeit vergeht. Wer könnte daran zweifeln? Das Verrinnen der Zeit ist wohl der grundlegendste Bestandteil der menschlichen Wahrnehmung; wir erleben es alles in allem inniger als die Erfahrung etwa von Raum oder Masse. Das Vergehen der Zeit wurde mit dem Flug eines Pfeils verglichen oder mit einem dahinströmenden Fluss, der uns unaufhaltsam von der Vergangenheit zur Zukunft trägt. Shakespeare schrieb vom »Karussell der Zeit«, sein Landsmann Andrew Marvell vom »geflügelten Wagen der Zeit, der nah vorüberrast«. So eingängig diese Bilder auch sein mögen, sie geraten in einen tiefen und unauflöslichen Widerspruch. Nichts in der bekannten Physik entspricht dem Vergehen der Zeit. Im Gegenteil: Die Physiker betonen, dass die...
2 / 2003

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 2 / 2003

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