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Der Schatten des Adlers

Auch bei den Römern gab es manchen Kriegsdienstverweigerer oder Fahnen­flüchtigen – ihnen drohte die Todesstrafe.
Bis an die Zähne bewaffnete Legionäre, die wie eine Mauer gegen den Feind vorrücken, bereit, im Zeichen des römischen Adlers ihr Leben zu geben. Auf diese Weise schildern Hollywood-Filme von "Spartakus" (1960) bis "Gladia­tor" (2000) den Militärapparat des Imperiums. Wie aber passen zu diesem Klischee solche Berichte: "Um nicht im Italischen Krieg dienen zu müssen, hatte sich ein gewisser Gaius Vettienus die Finger der linken Hand abgeschnitten. Daraufhin wurden seine Güter konfisziert, er selbst ins Gefängnis geworfen, so dass er den Geist, den er nicht ehrenvoll in der Schlacht aushauchen wollte, schimpflich in Ketten aufbrauchte." Was der Chronist Valerius Maximus um das Jahr 90 v. Chr. niederschrieb, passt so gar nicht zu einer Gesellschaft, in der Bürger und Soldat eins waren und es dem Dichter Horaz zufolge als ehrenvoll galt, für das Vaterland zu sterben.

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