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Wahrnehmung: Der siebte Sinn der Haie



Als Räuber der Meere verfügen Haie über äußerst scharfe Sinne. So können sie sogar elektrische Felder wahrnehmen. Die Sensoren für diesen sechsten Sinn befinden sich in den Lorenzinischen Ampullen am Kopf – kleinen Vesikeln, an denen Nervenfasern enden und von denen mit Gallerte gefüllte Kanäle zu Poren in der Haut verlaufenBrandon Brown von der Universität von San Francisco entdeckte nun, dass das Gel in diesen Kanälen zugleich als hochempfindlicher Temperaturfühler dient. Es hat halbleiterähnliche Eigenschaften. Damit eignet es sich zum Aufbau starker Thermokräfte, wie sie aus der Festkörperphysik bekannt sind. Unter dem Einfluss von Temperaturgradienten entstehen elektrische Spannungen, welche die Neuronen an den Ampullenwänden zum Feuern anregen. Schon Temperaturunterschiede von nur einem zehntel Grad innerhalb des Kanals können die Signalstärke in den angrenzenden Nervenbahnen um bis zu 300 Prozent steigern. Haie registrieren Wärmeschwankungen damit weitaus empfindlicher als Säugetiere, bei denen Ionenkanäle Temperaturdifferenzen in elektrische Signale umwandeln. Dieser siebte Sinn hilft ihnen vermutlich, beutereiche Fronten zwischen Wassermassen unterschiedlicher Temperatur ausfindig zu machen. (Nature, 30.1.2003, S. 495)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 4 / 2003, Seite 46
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

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