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Verkehr: Der simulierte Stau

Ein Stau aus dem Nichts verblüfft uns immer wieder, ebenso wie die Hartnäckigkeit von Staus, deren Ursache längst beseitigt ist. Simulationen, die das individuelle Verhalten der Autofahrer modellieren, zeigen, warum wir immer wieder auf der Straße fest stecken.
Der simulierte Stau
Auch Stauforscher stecken gelegentlich im Stau und wundern sich, wie dessen Entwicklung der Logik vernünftigen Autofahrens zu widersprechen scheint. Auf hindernisfreier Strecke stockt es plötzlich, bevor sich die Fahrzeugkolonne ebenso scheinbar grundlos erneut in Bewegung setzt. Wenige Minuten später ist die Autobahn wieder so frei, als ob nichts gewesen wäre – bis die nächste Stauwelle kommt.

Dem Fahrer schießen da einige Fragen durch den Kopf: Warum fahren die Leute ganz vorn im Stau nicht einfach weiter? Könnten intelligente Maßnahmen zur Verkehrsbeeinflussung – oder sogar Änderungen des eigenen Fahrverhaltens –Staus verhindern oder wenigstens hinauszögern? Verkehrsdaten, mathematische Verkehrsflussmodelle und Simulationen geben Antworten auf diese Fragen. So gibt es zum Beispiel den "Stau aus dem Nichts" in Wirklichkeit gar nicht. Der Eindruck entsteht lediglich dadurch, dass Stauwellen stromaufwärts, also entgegen der Fahrtrichtung, wandern, so dass der Fahrer sie stets vor der Engstelle passiert, die den Stau ausgelöst hat. Nicht einmal die Pendelbewegungen des Stop-and-go-Verkehrs sind irrationalem Fahrverhalten anzulasten, sondern allenfalls einer gewissen Trägheit vieler Autofahrer.

Das heißt aber auch, dass jeder durch eine agilere Fahrweise selbst zur Steigerung des Verkehrsflusses beitragen kann...
September 2011

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft September 2011

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