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Rezension: Der Tod des Märchenkönigs

Christoph Pöppe über "Ein König wird beseitigt" von Heinz Häfner
Die überlieferte Behauptung, König Ludwig II. von Bayern (1845 – 1886), der "Märchenkönig", sei verrückt gewesen, scheint auf den ersten Blick durchaus plausibel. Da bringt der König seine Zeit und sein Geld mit der Förderung des Komponisten Richard Wagner und dem Bau romantischer Schlösser wie Neuschwanstein durch und vernachlässigt darüber gröblich seine Repräsentationspflichten. Ultimativ fordert er von seinen Ministern Millionen und Abermillionen für den Bau seiner Schlösser, mit der Begründung, wenn er die bereits hoch verschuldeten Projekte nicht mehr durchführen dürfe, sei ihm alle Lebensfreude genommen. (So hat sich mein Jüngster früher auch geäußert, wenn man ihm die Bauklötze wegnahm; aber seit er vier Jahre alt ist, haben sich diese Mätzchen gelegt.) Er missbraucht sein Amt, um sich Reitersoldaten in großer Zahl als Lustknaben zuführen zu lassen. In der Hauptstadt lässt er sich kaum noch blicken; seine nähere Umgebung verschreckt er durch Willkür, herrisches Gehabe und Anwendung körperlicher Gewalt...
Februar 2010

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Februar 2010

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