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Der Traum des Seglers bei Flaute. Neue physikalische Spielereien aus Professor Bürgers Kabinett.

Birkhäuser, Basel 1998. 229 Seiten, DM 49,80.

Haben Sie sich an gewissen Örtchen schon öfter gefragt, warum es eigentlich keine benutzerfreundlichen Toilettenpapierhalter gibt? Solche, die es erlauben, nur mit einer Hand ein wohldefiniertes Stück Papier von der Rolle zu reißen?

Wolfgang Bürger, Professor für Mechanik an der Universität Karlsruhe, beschreibt einen Toilettenpapierhalter einfacher Bauart. Dazu betrachtet er die Kräfte, die auf die Gerätekomponenten wirken, stellt Bedingungen für Papiertransport und -abriß auf und zeigt dann, wie der Benutzer einhändig zum Ziel kommt.

Bürger präsentiert in seinem Buch Alltagsphysik und physikalische Spielereien, Erfindungen und Experimente. Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Geschichte, einem großen geschichtlichen Ereignis oder einem persönlichen Erlebnis des Autors. Dabei lauert im Hintergrund immer eine ungewöhnliche Frage Könnte ein Segler im Falle einer Flaute sein eigenes Boot vorwärts blasen? Was müssen Sie beachten, wenn Sie aus Spielkarten ein Haus mit möglichst vielen Stockwerken bauen wollen? Wie wandern auf der Autobahn Verkehrsverdichtungen als Wellen durch die Fahrzeugschlange, und wie entsteht daraus ein Stau?

In jedem Kapitel führt der Autor den Leser von einer solchen Frage über eine genaue Erläuterung der physikalischen Hintergründe hin zum mathematischen Modell. Für das Verständnis unentbehrlich sind dabei die vielen liebevoll gefertigten Zeichnungen und Diagramme von Matthias Schwoerer.

„Der Traum des Seglers bei Flaute“ ist eine Sammlung aus insgesamt 28 in sich abgeschlossenen Kapiteln, die in den letzten Jahren in „Bild der Wissenschaft“ erschienen sind. Es ist bereits das zweite Buch dieser Art von Wolfgang Bürger (Spektrum der Wissenschaft, Januar 1997, S. 116).

Obgleich der Inhalt Alltägliches und Spielereien verspricht, handelt es sich um ein sehr anspruchsvolles Buch, das nicht unbedingt für jedermann leicht verständlich ist. Wer fundierte Kenntnisse der Physik und Mathematik hat und auch

vor einer Differentialgleichung nicht gleich zurückschreckt, wird die Originalität und Vielfalt der physikalischen Fragestellungen genießen.


Aus: Spektrum der Wissenschaft 8 / 1999, Seite 114
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

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