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Umwelttechnik: Designer-Schwamm schluckt Schadstoffe



Einen hochselektiv wirkenden Filter zur Reinigung industrieller Abwässer haben Tina N. Nenoff und ihr Team an den Sandia National Laboratories (Kalifornien) entwickelt. Sein Kürzel, SOMS, bedeutet "Sandia Octahedrale Molekularsiebe". Natrium-Schwefel-Oxid, versetzt mit den Übergangsmetallen Titan oder Zirkon, bildet einen Schwamm mit Poren zwischen vier und fünfzehn Ångström Durchmesser. Diese wirken als Ionenaustauscher, wie die Pressestelle der Forschungseinrichtung meldet: Doppelwertige Kationen aus dem Abwasser, durch die Porengröße selektiert, ersetzen schwächer geladene Ionen des Gitters.

Im Labortest trennten diese Filter beispielsweise 99,8 Prozent an Strontium-90-Ionen aus einer Lösung, obwohl der Gesamtgehalt an dem radioaktiven Element nur bei eins zu einer Million lag und außerdem chemisch sehr ähnliches Natrium in hoher Konzentration vorhanden war. Durch Steuerung der Porengröße und des chemischen Verhaltens der Filter im Nanometerbereich wollen die Forscher auch wertvolle Rohmaterialien aus industriellen Abwässern zurückgewinnen.

Aus: Spektrum der Wissenschaft 5 / 2001, Seite 87
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
5 / 2001

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 5 / 2001

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