Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Bewusstsein und Willensfreiheit: Determiniert - und trotzdem frei!

Vor Jahren machte der Neurophysiologe Benjamin Libet mit einer Reihe von Experimenten Furore, die scheinbar die Existenz des freien Willens widerlegten. Der Psychologe Christoph Herrmann von der Universität Oldenburg hält dagegen: Der Mensch ist frei, solange sein Handeln in ihm selbst gründet.
Bye-bye, Homunkulus!Laden...
"Bei Ihnen piept’s wohl!" Ein solcher Satz, in einem unbedachten Moment geäußert, kann einen Kopf und Kragen kosten – etwa, wenn er uns gegenüber dem Chef entschlüpft. Ich selbst ertappe mich immer wieder dabei, dass ich etwas sage, ohne die Konsequenzen so recht abzuschätzen. Ganz offenbar sind Handlungen (und auch Sprechen zählt dazu) nicht immer vollkommen bewusst geplant, sondern können sich auch unbewusst Bahn brechen.
Wie die Hirnforschung zeigt, beruhen psychische Leistungen wie Wahrnehmung und Handlungsplanung auf neuronalen Prozessen. Viele Forscher glauben, dass diese beiden Ebenen quasi identisch sind und nur eine jeweils andere Art der Beschreibung darstellen. Diese Position wird als Naturalismus bezeichnet.
Da fast alle physikalischen Prozesse festen Gesetzmäßigkeiten folgen, sind womöglich auch die Vorgänge im Kopf stets durch voran­gegangene neuronale Prozesse determiniert, das heißt festgelegt. Damit stünde das Ergebnis einer Handlungsplanung oder Entscheidung ­bereits vor ihrem Auftreten fest. Kann man in diesem Fall noch von freiem Willen ­sprechen? ...
November 2009

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist November 2009

Kennen Sie schon …

Highlights 2/2020

Spektrum der Wissenschaft – Highlights 2/2020: Die größten Rätsel der Philosophie

Wer bin ich? - Aktuelle Neuropsychologische Antworten auf eine uralte Frage • Wie entsteht Bewusstsein? • Subjektivität als biologisches Phänomen • Was ist Realität? • Die Welt ist anders, als sie zu sein scheint

22/2020

Spektrum - Die Woche – 22/2020

Lesen Sie in dieser Ausgabe, warum man Fledermäuse am besten in Ruhe lässt. Außerdem: was bisher über das Kawasaki-Syndrom im Zusammenhang mit Covid-19 bekannt ist und eine Reise in die Badlands.

6/2020

Gehirn&Geist – 6/2020

In dieser Ausgabe widmet sich Gehirn&Geist dem Thema Selbstkontrolle und Verzicht. Außerdem im Heft: Lernen zu Hause - Zwischen Homeschooling und Schulverweigerung, Gehirnerschütterung – die unterschätzte Gefahr, Kognition - Was macht ein Gehirn intelligent? Covid-19 – richtiger Umgang mit der Angst.

Lesermeinung

2 Beiträge anzeigen

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen
Herrmann, C. S. et al.: Analysis of a Choice-Reaction Task Yields a new Interpretation of Libet's Experiments. In: ­International Journal of ­Psychophysiology 67(2), S. 151-157, 2008.

Herrmann, C. S. et al. (Hg.): Bewusstsein: Philosophie, Neurowissenschaften, Ethik. UTB, München 2005.

Libet, B.: Mind Time. Wie das Gehirn Bewusstsein produziert. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2005.

Pauen, M., Roth, G.: Freiheit, Schuld und Verantwortung. Grundzüge einer naturalistischen Theorie der Willensfreiheit. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008.