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Archäologie: Die ägyptischen Oasen - Städte, Gräber und Tempel in der Libyschen Wüste

Philipp von Zabern, Mainz 2003. 155 Seiten, 41,– €


Ganz wohl ist dem Autor nicht bei seinem Unterfangen, die Oasen in der Libyschen Wüste und ihre archäologischen Zeugnisse zu porträtieren. Denn er möchte sicher nicht, dass ein Massentourismus wie im Niltal diese Kleinode heimsucht. Indem er neugierig macht und Aufmerksamkeit weckt, hofft Joachim Willeitner aber, Kunsträubern das Leben schwerer zu machen, die derzeit von der abseitigen Lage der Oasen profitieren.

Mit viel Liebe und großer Sachkenntnis hat der Ägyptologe Fakten und Bildmaterial zusammengetragen; ein Großteil der Fotos stammt von ihm selbst. Willeitner erläutert die Geologie und ­Geografie des Oasengürtels. Er berichtet über die Historie und beschreibt die Tempel, Grabmäler und Festungen von Charga, Dachla, Farafra, Bahariya (mit El-Haiz), Wadi Natrun und Siwa.

Nach heutigem Kenntnisstand, der sich immer wieder durch neue Funde erweitert, führten die Oasen in der Wüste westlich des Nils zu Zeiten der Pharaonen wie der römischen Eroberer ein recht eigenständiges Leben. Sie waren wichtige Stützpunkte für Fernhandelsrouten und für die militärische Expansion beziehungsweise Absicherung der Grenzen. Darüber hinaus gediehen in den Oasen Wein und Getreide. Demzufolge konnte sich – wie die Grabstätten dokumentieren – mancher Wohlhabende dort einen Luxus leisten, der in den Städten des Niltals seinerzeit nur Hochrangigeren zustand.

Obwohl eher ein Fachbuch, lädt dieses Werk zum Schmökern ein. Das Format eignet sich nicht unbedingt für das leichte Handgepäck des Reisenden, doch wer ungewöhnliche Begegnungen mit der ägyptischen Geschichte sucht, wird hier viele Anregungen finden.

Aus: Spektrum der Wissenschaft 10 / 2003, Seite 101
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
10 / 2003

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 10 / 2003

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