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Archäologie: Die Eisgräberin

Die Archäologin Anne Jensen plagt sich im hohen Norden Amerikas mit Dauerfrost, Eisbären – und High-School-Schülern, die trotz bitterer Kälte partout keine Mützen tragen wollen. Der Einsatz lohnt sich. Denn es geht um den Nachweis, dass hier einst die Wiege des Volks der Thule stand.
Anne Jensen gräbt dort, wo die Welt zu Ende ist. Oder zumindest die Vereinigten Staaten von Amerika. Am nördlichsten Punkt Alaskas, bei 71°?23’?20”?N, 156°?28’?45”?W, in Point Barrow. Bis zum Nordpol sind es von dort nur noch 2078 Kilometer. Um die Spitze der schmalen Landzunge branden im Westen die Brecher der Tschuktschensee, im Osten die der Beaufortsee. Im Sommer jedenfalls, denn im Winter brandet dort gar nichts. Im Winter erstarrt Point Barrow im Eis. Bevor Jensen also auch nur einen Spatenstich tun kann, muss sie sehr lange warten. So lange, bis die Strahlen der Sonne die oberste Schicht des Bodens aufgetaut haben. Die Sonne geht über ihrer Grabung erst am 10. Mai auf. Und es dauert noch einmal rund vier Wochen, bis sie kräftig genug ist, die Tagestemperatur auf durchschnittlich zwei Plusgrade anzuheben. Erst dann beginnt der extrem kurze arktische Sommer und mit ihm die Grabungssaison.

Was die Ausgräberin aus New York da am Ende der Welt dem Eis und dem unwirtlichen Boden abtrotzt, ist allerdings den Aufwand wert. Es sind die frühesten Spuren der Thule-Kultur in Alaska. Die Thule revolutionieren um das Jahr 1000 das damalige Leben im Eis. Sie spannen erstmals Hunde vor ihre Schlitten und können damit weite Strecken über das Eis auch mit schwerem Gepäck zurücklegen. Sie erfinden eine neue Bautechnik, die es ermöglicht, statt wie ­bisher nur kleine Wohnhöhlen auch Räume für größere Versammlungen zu errichten. Vor den winterfesten Behausungen schützen nun lange Eingangstunnel vor der Kälte.

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