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Planeten­forschung

Plutos Enthüllung

2015 flog die Raumsonde New Horizons an Pluto vorbei. Der kurze Besuch änderte alles, was Astronomen bislang über diesen fernen Himmelskörper zu wissen glaubten.
Plutos vielfältige Verfärbungen und Strukturen

Am 14. Juli 2015 gegen 21 Uhr stand ich im Kontrollraum am Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins University in Baltimore, Maryland. Wir erwarteten die erste Botschaft der Raumsonde New Horizons von ihrem rasanten Vorbeiflug an Pluto und seinen Monden. Das Signal, das in diesem Moment mit Lichtgeschwindigkeit auf die gigantischen irdischen Antennenschüsseln zuraste, sollte uns wissen lassen, ob der Vor­beiflug geklappt hat. Aber würden wir überhaupt erfahren, ob unsere Mission erfolgreich oder ein Fehlschlag war – oder würde einfach weiter Funkstille herrschen? Alles war möglich.

Nahebei warteten fast 2000 geladene Gäste ebenfalls auf die Neuigkeiten, und überall auf der Welt hielten sich Forscher und interessierte Laien über Fernsehen und Internet auf dem Laufenden. Mehr als zwei Jahrzehnte Vorbereitungen waren diesem besonderen Augenblick vorausgegangen. Für mich als Projektleiter und für die an der Mission New Horizons beteiligten Forscher hing der Lohn all unserer Arbeit von diesem Funksignal ab.

Plötzlich ging es ganz schnell: Die erste Botschaft traf ein. Sekunden später hatten die Computer die Daten dekodiert und in einen Statusbericht der Raumsonde übersetzt. Zeile für Zeile überprüften unsere Missionstechniker die Werte und meldeten schließlich, dass alle Systeme der Raumsonde perfekt arbeiteten. New Horizons hatte den historisch beispiellosen Vorbeiflug an Pluto überstanden. Im Kontrollraum brandete Beifall auf, Fähnchen wurden geschwenkt, Menschen fielen sich in die Arme …

März 2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft März 2018

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  • Quelle

Stern, S. A. et al.: The Pluto System: Initial Results from its Explo­ration by New Horizons. In: Science 350, aad1815, 2015