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Erdvermessung: Die Erde legt am Äquator zu



Der Globus ist keine ideale Kugel, sondern baucht sich am Äquator aus – unter an-derem, weil die Fliehkraft durch die Erdrotation dort am stärksten wirkt. Allerdings heben sich seit dem Ende der letzten Eiszeit die von der Eislast befreiten hohen Breiten in Teilen Skandinaviens und Kanadas um bis zu einen Zentimeter pro Jahr. Dies hat den »Äquator-Bauch« über Jahrtausende kontinuierlich schrumpfen lassen. Nun jedoch scheint sich dieser Trend plötzlich umzukehren: Seit 1997 legt die Erde in der Mitte wieder zu. Wissenschaftler der Nasa und des belgischen königlichen Observatoriums machen hauptsächlich klimabedingte Veränderungen der Meeresströmungen dafür verantwortlich. Die Kombination von Messungen der Meereshöhe durch Nasa-Satelliten mit Ozean-Zirkulationsmodellen zeigt eine Verlagerung von Wassermassen vom Südpazifik in tropische Regionen. Verstärkt wird das Phänomen dadurch, dass sich das Abschmelzen subpolarer Gletscher rapide beschleunigt hat. Der vergangenen März gestartete Satellit Grace wird Veränderungen im Erdgravitationsfeld beobachten und so zweifelsfrei zeigen, ob der »Schwimmreifen« um die Erde weiter wächst. (Nasa, 12.12.2002)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 2 / 2003, Seite 54
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
2 / 2003

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 2 / 2003

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