Direkt zum Inhalt

Bild des Monats: Die Erfindung des Buntstifts

Was uns die Maler der 73 000 Jahre alten Ockerstriche sagen wollten, ist leider nicht überliefert. Die gekreuzten Linien auf dem vier Zentimeter langen Steinchen sind jedoch der älteste Beleg dafür, dass unsere Ahnen mit Farbe malten. Selbst Zeichnungen der Neandertaler, die man in Spanien fand, sind Schätzungen zufolge 8000 Jahre jünger. Und die berühmten Höhlenmalereien von Lascaux oder Altamira kommen gerade einmal auf die Hälfte des Alters der nun entdeckten Striche.

Der Fund stammt aus der südafrikanischen Blombos-Höhle. Hier ritzten Menschen bereits vor rund 100 000 Jahren abstrakte Zeichnungen auf Steine oder Ockerbrocken, wie frühere Entdeckungen zeigen. Jetzt ist klar, dass Homo sapiens dort auch mit Farbe hantierte: Wahrscheinlich malten die Künstler die roten Linien mit angespitzten Ockerstiften, wie Experimente der Forscher von der University of the Witwatersrand in Johannesburg nahelegen. Das Team vermutet, dass die Bemalung ursprünglich wohl über die Bruchkanten hinausging. Die Anschlussstücke sind aber bislang verschollen.

Dezember 2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Dezember 2018

Kennen Sie schon …

Eiszeit - Leben im Pleistozän

Spektrum Kompakt – Eiszeit - Leben im Pleistozän

Zwischen Mammuts und Höhlenbären fristeten Menschen in der Eiszeit ein karges Dasein - Überreste und Höhlenmalereien vermitteln uns bis heute ein Bild des damaligen Lebens.

Highlights 1/2016

Spektrum der Wissenschaft – Highlights 1/2016: Naturgesetze in der Kaffeetasse

Cappuccino-Effekt: Hörenswerte Klänge aus dem Milchschaum • Heiz-Paradoxon: Rätselhafte Temperaturzunahme • Bermuda-Dreieck: Lassen gigantische Gasblasen Schiffe sinken?

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quelle
Nature 562, S. 115–118, 2018