Direkt zum Inhalt

Die Flucht vor dem Todkranken

Angesichts miserabler Lebensumstände war der Tod im Mittelalter allgegenwärtig. Doch kaum ein Arzt wusste, wie er mit Sterbenden umgehen sollte. Wer ihnen dennoch beistand, konnte schnell der Habgier verdächtigt werden.
Die Flucht vor dem Todkranken
Wenn es ans Sterben ging, dann war unter den Heilkundigen des Mittelalters eine Weiterbehandlung prognostisch ungünstiger Fälle höchst umstritten. Einigen Ärzten galt sie als unethisch: Sie befürchteten nämlich, damit in den Verdacht der Habgier zu geraten, wenn sie bis zum Lebensende ihrer Patienten Honorare erhielten. Zudem war die Position des freiberuflich tätigen Arztes gefährdet. Das Sterben eines Patienten wurde leicht mit einer falschen Therapie in Verbindung gebracht. Dies konnte nicht nur der eigenen Reputation sowie der von Kollegen schaden, sondern den Heilkundigen in Bedrängnis, ja in Lebensgefahr bringen.

So wie im Fall von Gabriele Zerbi: Der berühmte Professor aus Padua wurde im Jahr 1504 an den Hof des türkischen Sultans gerufen, um diesen wegen einer akuten Erkrankung zu behandeln. Nach ersten Erfolgen reiste Zerbi reich belohnt wieder in Richtung Venedig, wurde aber, nachdem der Herrscher doch noch gestorben war, unterwegs aufgegriffen, gemeinsam mit seinem Sohn zwischen zwei Holzbretter gespannt – und zersägt.

Kennen Sie schon …

Spektrum Gesundheit – Was Blut so besonders macht

Was unser Blut alles kann und wie eine Gentherapie Bluter von Hämophilie heilen soll, lesen Sie in dieser Ausgabe. Außerdem: Wie Miniorgane helfen, Covid-19 zu verstehen.

Spektrum - Die Woche – 33/2021

Spektrum - Die Woche – 22/2021

In dieser Ausgabe geben wir guten Rat, was gute Ratschläge angeht. Außerdem verraten wir, was man aus der bislang genauesten Karte des Universums lesen kann.

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!