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Astrophysik: Die Geburt der ersten Sterne



Die ersten Sterne im Universum waren vermutlich riesige Einzelgänger. Das folgt zumindest aus den Computersimulationen, die Tom Abel vom Harvard Smithsonian Center for Astrophysics und seine Kollegen durchgeführt haben. Erst mit einem neuen Superrechner am National Center for Supercomputing Applications in Illinois gelang es ihnen, das Zusammenballen der ersten Wolken aus Wasserstoff und Helium auf Längenskalen von mehreren tausend Lichtjahren bis hin zu hundert Sonnendurchmessern zu simulieren. Ihr Ergebnis widerspricht bisherigen Theorien, wonach riesige Schwarze Löcher oder Kugelsternhaufen das frühe Universum bevölkerten. Stattdessen entstanden offenbar kurzlebige Riesensterne, mehrere hundert Mal so groß wie unsere Sonne. Diese schleuderten ihre Materie jeweils schon bald in einer gewaltigen Supernova-Explosion ins All. Nur so lässt sich nach Ansicht der Astrophysiker um Abel auch verstehen, warum im Universum bereits nach wenig mehr als einer Milliarde Jahren weiträumig schwerere Elemente als Wasserstoff und Helium vorkamen. Sie verraten sich durch Absorptionslinien im Spektrum des intergalaktischen Mediums und von Quasaren. (Science, 10.1126/science.1063991)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 1 / 2002, Seite 27
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
1 / 2002

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 1 / 2002

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