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Anthropologie: Die Geburt der Kreativität

Zu Erfindern und Künstlern wurden Menschen nicht erst vor 40 000 Jahren, als der Homo sapiens in Europa erschien. Afrikanische Kulturen liefern viel ältere Zeugnisse von Kreativität. Die ersten Anfänge finden sich sogar bei noch früheren Menschen.
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Kaum öffnet der Louvre des Morgens seine Tore, strömen Menschenscharen in den Saal mit der "Mona Lisa". Leonardo da Vinci vollendete das Bild Anfang des 16. Jahrhunderts. Die durchgeistigte Schönheit und das rätselhafte Lächeln des Antlitzes erzielte er mit einer von ihm erfundenen Maltechnik, die er "sfumato" (verraucht, verschwommen) nannte. Um Linien und Farbübergänge weicher zu zeichnen, als wäre das Bild von einem leichten Nebelschleier eingehüllt, legte er über Jahre bis zu 30 hauchdünne, durchscheinende Schichten auf.

Hinter Schöpfungen wie der "Mona Lisa", den Meisterwerken eines Mozart oder Michelangelo steht der erfindungsreiche Geist eines Ausnahmekünstlers. Letztlich sind sie höchster Ausdruck einer uralten menschlichen Gabe: des Drangs, zu verbessern, zu erfinden, aber auch zu gestalten und sich auszudrücken.

Wie und wann diese schier unermessliche Erfindungsgabe und Schöpferkraft einst aufkam, das fragen sich Forscher weltweit. Denn unsere Hominidenvorfahren besaßen diese Eigenschaften nicht von Anfang an. Vor ungefähr sechs Millionen Jahren tauchten ...

Juni 2013

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Juni 2013

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  • Quellen

Brown, K. S. et al.: An Early and Enduring Advanced Technology Originating 71 ,000 Years Ago in South Africa. In: Nature 491, S. 590 – 593, 2012

Falk, D.: Hominin Paleoneurology: Where Are We now? In: Progress in Brain Research 195, S. 255 – 272, 2012

Gabora, L., Kaufman, S. B.: Evolutionary Approaches to Creativity. In: Kaufman, J. C ., Sternberg, R. J. (Hg.): The Cambridge Handbook of Creativity. Cambridge University Press, Cambridge 2010, S. 279 – 300

Wadley, L. et al.: Middle Stone Age Bedding Construction and Settlement Patterns at Sibudu, South Africa. In: Science 334, S. 1388 – 1391, 2011