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Chemie: Insel der Schwergewichte

Wissenschaftler erzeugen Atome mit immer mehr Kernbausteinen und erweitern so das Periodensystem. Doch die neuen Elemente zerfallen extrem schnell wieder. Allmählich rücken freilich Kombinationen von Protonen und Neutronen in Reichweite, die theoretisch besonders stabil sein sollten.
Shiptrap

1080 Stunden lang hatten Forscher aus Russland und den USA mit einem Teilchenbeschleuniger Trillionen von Kalziumionen auf schwerere Atomkerne geschossen. Das Ergebnis des Dauerbombardements: drei Atome eines neuen Elements. Wenige Millisekunden später waren sie wieder verschwunden.

Nachdem die Wissenschaftler am russischen Vereinigten Institut für Kernforschung die infolge der Kernreaktion detektierten Signale und die emittierte Strahlung genau aufgeschlüsselt hatten, waren sie sich ziemlich sicher, einen Augenblick lang das Element Nummer 118 erzeugt zu haben, also Atome mit 118 Protonen im Kern. Nach Jahre dauernden, mehrmaligen Überprüfungen wurde es 2016 offiziell ins Periodensystem aufgenommen und Oganesson genannt, nach Juri Oganesjan, dem 1933 geborenen russischen Pionier der Erforschung superschwerer Elemente.

Im vergangenen Jahrzehnt haben Forscher das Periodensystem ständig erweitert. Die Anzahl der Protonen im Atomkern – Ordnungszahl oder Kernladungszahl genannt – charakterisiert jeden Grundbaustein der Natur ...

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  • Quelle

Düllmann, C. E. et al. (Hg.): Special Issue on Superheavy ­Elements. In: Nuclear Physics A 944, 2015

Laatiaoui, M. et al.: Atom-at-a-Time Laser Resonance Ionization Spectroscopy of Nobelium. In: Nature 538, S. 495–498, 2016

Raeder, S. et al.: Probing Sizes and Shapes of Nobelium Isotopes by Laser Spectroscopy. In: Physical Review Letters 120, 232503, 2018