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Spezial Embodiment: Die Intelligenz des Körpers

Verblüffende Experimente zeigen: Unser Körper spielt beim Denken eine wichtige Rolle. Psychologen untersuchen, wie bestimmte Bewegungen Lernprozesse im Alltag beeinflussen.
Leib und Seele

Stellen Sie sich vor, Sie sollten einem Außerirdischen erklären, was eine Tasse ist. "Man füllt Flüssigkeit hinein", sagen Sie. Unverständnis auf der anderen Seite – der Außerirdische, so nehmen wir mal an, kennt keine Gravitation und versteht deshalb nicht, wieso die Flüssigkeit überhaupt in der Tasse bleibt. "Bei uns bewegen sich alle Dinge in eine Richtung, die nennen wir 'unten'", erklären Sie dem Alien. "Damit die Flüssigkeit in der Tasse bleibt, muss die Öffnung nach 'oben' zeigen". Wie lange wird es wohl dauern, bis der Außerirdische eine Tasse erkennen kann?
Als Nächstes bringen Sie ihm bei, was Glück ist. Ein sphärisches Wesen, das außerhalb des Gravitationsfelds schwebt, so schrieben George Lakoff and Mark Johnson bereits 1980, würde glücklich sein kaum als Hochgefühl beschreiben – es kennt ja kein oben. Das heißt nicht, dass es nicht glücklich sein kann, aber es würde anders darüber denken. Das Gedankenspiel macht deutlich: Wir erlangen Wissen durch Erfahrungen, die wir in Interaktion mit der Umwelt machen. Durch unsere Fähigkeit, zu sehen, zu hören und uns zu bewegen, haben wir eine räumliche Vorstellung und diese wirkt sich auf unser Denken aus. Zum Beispiel assoziieren wir Glück mit oben und Traurigkeit mit unten.
Dennoch halten wir unser Denken gemeinhin für eine abstrakte, vom Körper losgelöste Fähigkeit ...

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  • Quellen

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Casasanto, D., Dijkstra, K.: Motor Action and Emotional Memory. In: Cognition 115, S. 179-185, 2010

Casasanto, D., Jasmin, K.: Good and Bad in the Hands of Politicians: Spontaneous Gestures during Positive and Negative Speech. In: Plos One 5, e11805, 2010

Dohmas, F. et al.: Mind the Gap between Both Hands: Evidence for Internal Finger-Based Number Representations in Children's Mental Calculation. In: Cortex 44, S. 359–367, 2008

Fadiga, L. et al.: Visuomotor Neurons: Ambiguity of the Discharge or Motor Perception? In: International Journal of Psychophysiology 35, S. 165-177, 2000

Fischer, U. et al.: Sensori-Motor Spatial Training of Number Magnitude Representation. In: Psychonomic Bulletin and Review 18, S. 177-183, 2011

Klein, E. et al.: The Influence of Implicit Hand-Based Representations on Mental Arithmetic. In: Frontiers in Psychology 10.3389/fpsyg.2011.00197, 2011

Lakoff, G., Johnson, M.: Metaphors We Live by. University of Chicago Press, Chicago 1980. (Deutsche Übersetzung: Lakoff, G., Johnson, M.: Leben in Metaphern. Konstruktion und Gebrauch von Sprachbildern. Carl-Auer-Systeme-Verlag, Heidelberg 2004 (4. Aufl.))

Martin, A.: The Representation of Object Concepts in the Brain. In: Annual Review of Psychology 58, S. 25-45, 2007

Moeller, K. et al.: Learning and Development of Embodied Numerosity. In: Cognitive Processing 13 Supplement 1, S271-S274, 2012

Slepian, M. L., Ambady, N.: Fluid Movement and Creativity. In: Journal of Experimental Psychology: General, 141, S. 625-629, 2012