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Lese-Rechtschreib-Störung

Die Last mit den Buchstaben

Kinder, die an einer Legasthenie leiden, sind nicht weniger intelligent als andere. Mit rechtzeitiger Unterstützung können sie in der Schule gut zurechtkommen. Darum arbeiten Hirnforscher an neuen Testverfahren, mit denen sich die neuronale Veranlagung möglichst früh erkennen lässt.
Fervlixt

Als Kenan in die zweite Klasse kam, wollte er nicht mehr zur Schule gehen. Im Vergleich zu seinen Mitschülern fiel es ihm sehr schwer, richtig zu schreiben oder vorzulesen. Er hielt sich für dumm, wollte nicht mehr mit den anderen spielen, war nur noch selten fröhlich. Auch sein Körper rebellierte. Durchfall, Bauch- und Kopfweh: Immer wieder war der Junge krank und blieb zu Hause.
Kenan hat Legasthenie, auch Lese-Rechtschreib-Störung (kurz: LRS) genannt. Er ist eines von etwa 430 000 Schulkindern in Deutschland mit diesem Problem, das sind zirka fünf Prozent aller Kinder und Jugendlichen – Jungen sind fast doppelt so häufig betroffen wie Mädchen. Das Phänomen ist international bekannt: In jeder Schriftsprache der Welt gibt es Legastheniker …

9/2013

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 9/2013

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  • Quellen und Literaturtipps

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