Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Informatik: Die optimale Reise

Ein Händler möchte auf einer möglichst kurzen Route mehrere Städte besuchen und anschließend wieder heimkehren – das berühmte »Problem des Handlungsreisenden«. Nach 44 Jahren gibt es erstmals einen Fortschritt dazu.
Fahrrad mit viel Gepäck auf einer Schotterstraße in Tadschikistan

Als Nathan Klein 2018 zu promovieren begann, schlugen ihm seine Betreuer ein ambitioniertes Projekt vor: die Mitarbeit an einem der bekanntesten Probleme der theoretischen Informatik. Selbst wenn sie es nicht lösen sollten, würde der Student viel dabei lernen. Daher schloss er sich der Idee spontan an. »Mir war nicht ganz klar, welche Tragweite das hatte«, gibt er zu. »Ich war schließlich in meinem ersten Promotionsjahr – ich hatte keine Ahnung.«

Im Juli 2020 hat Klein schließlich gemeinsam mit seinen Betreuern Anna Karlin und Shayan Oveis Gharan von der University of Washington ein Ergebnis veröffentlicht, dem Computerwissenschaftler seit fast einem halben Jahrhundert nachjagen: Sie haben einen Algorithmus entwickelt, der bessere Lösungen für das so genannte Problem des Handlungsreisenden findet.

Ziel ist es hierbei, den kürzesten Rundweg zwischen einer vorge­gebenen Menge an Städten – oder allgemein Orten – zu bestimmen. Die Aufgabe hat Anwendungen, die von der DNA-Sequenzierung bis zur Logistik einer Mitfahrzentrale reichen. Im Lauf der Jahrzehnte hat das Problem zu etlichen grundlegenden Fortschritten in der Informatik geführt und dazu beigetragen, bekannte Techniken wie die lineare Programmierung zu beleuchten. Dennoch haben Wissenschaftler das gesamte Potenzial der Optimierungsaufgabe noch lang nicht ausgeschöpft – was nicht daran liegt, dass sie es nicht eingehend untersucht hätten.

Ob überhaupt ein Algorithmus existiert, der das Problem des Handlungsreisenden in annehmbarer Zeit exakt löst, ist unklar …

Kennen Sie schon …

Spektrum - Die Woche – Wer löst das Navier-Stokes-Problem – Mensch oder KI?

Spektrum der Wissenschaft – SdW 8/2026 Das Ende der Unendlichkeit

Eine Gruppe von Mathematikern fordert, das Unendliche aus der Mathematik zu verbannen – eine Position, die viele Fachleute für unhaltbar halten. Unser Titelthema beleuchtet die radikalen Thesen der Ultrafinitisten und die Kritik daran. Außerdem: Eine neue Theorie verleiht der Raumzeit eine faszinierende, nichtperiodische Ordnung – ähnlich wie bei Quasikristallen. Ein weiterer Beitrag mahnt vor den Folgen, wenn künstlich erzeugtes, spiegelbildliches Leben auf natürliche Organismen trifft. Und wir fragen: Könnte die Wiederbelebung ausgestorbener Arten tatsächlich der Artenschutz der Zukunft sein?

Spektrum Kompakt – KI-Sprachmodelle

Mit ChatGPT, Claude oder Gemini lässt es sich gut reden: Sie wirken menschlich und scheinen uns zu verstehen. Manche Menschen bauen sogar eine romantische Beziehung zum Chatbot auf. Doch die ständige Bestätigung macht uns auch anfällig für Manipulation und kann sogar wahnhaftes Denken verursachen.

Schreiben Sie uns!

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.