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Straßenverkehr: Die Psyche fährt mit

Kaum eine Tätigkeit ist mental so anspruchsvoll wie Autofahren. Glauben Sie nicht? Verkehrspsychologen haben überzeugende Argumente: Laut ihrer aktuellen Forschung liegt die Krux in der heiklen Balance zwischen Konzentration und Routine.
Kreuz und querLaden...
"Ich pack’s einfach nicht." Julian ist frus­triert. Noch eine Woche bis zur Fahrprüfung, und schon wieder übersah er ein Stoppschild, rutschte aus Versehen in den falschen Gang, und nur das Eingreifen des Fahrlehrers bewahrte ihn vor einer Kollision.
Manch einer erinnert sich noch gut daran, wie gestresst und überfordert er sich als Fahr­anfänger fühlte. In der Tat müssen wir beim Autofahren eine große Menge von sensorischen und kognitiven Aufgaben gleichzeitig meistern. Der amerikanische Wissenschaftsjournalist Tom Vanderbilt bringt es in seinem aktuellen Buch "Traffic" auf den Punkt: "Wer nicht gerade als Hirnchirurg arbeitet, für den stellt Autofahren wahrscheinlich die komplexeste Beschäftigung im Alltag dar."
Verkehrspsychologische Analysen brachten zu Tage, dass das Steuern eines Pkw rund 1500 Einzeltätigkeiten umfasst. Pro Meter Fahrdis­tanz gilt es im Schnitt zwei Informationen zu ver­arbeiten. Das klingt wenig, doch bei einer Geschwindigkeit von nur 50 Stundenkilometern ergibt das rund 1700 Informationseinheiten pro Minute. Verständlich also, wenn die meisten Fahrschüler nach einer Übungsstunde in Schweiß gebadet sind. Doch mit jeder weiteren Lehreinheit lässt die Aufregung nach. In ein paar Monaten ...
Juli/August 2009

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist Juli/August 2009

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  • Quellen
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Strayer, D. L. et al.: A Comparison of the Cell Phone Driver and the Drunk Driver. In: Human Factor 48(2), S. 381-391, 2006.

Szlemko, W. J. et al.: Territorial Markings as a Predictor of Driver Aggression and Road Rage. In: Journal of Applied Social Psychology 38(6), S. 1664-1688, 2008.

Vanderbilt, T.: Traffic. Why We Drive the Way We Do (and What It says About Us). Alfred Knopf, New York 2008.