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Neurophysiologie: Die Schmerzen der Ausgeschlossenen



Seelische Verletzungen tun weh, wie jeder aus Erfahrung weiß. Dass dabei sogar dasselbe Hirnareal aktiv ist wie bei körperlichem Schmerz, konnten Forscher erst jetzt experimentell nach-weisen. Während eines virtuellen Ballspiels am Computer überwachten Naomi Eisenberger und ihre Mitarbeiter an der Universität von Kalifornien in Los Angeles die Hirnaktivität der Versuchspersonen durch funktionelle Magnetresonanztomographie. Dabei schlossen sie gelegentlich einzelne Teilnehmer aus unersichtlichen Grün-den vom Spiel aus. Bei den derart Frustrierten regte sich daraufhin der vordere cinguläre Cortex (ACC) – jenes Areal, das auch auf körperlichen Schmerz anspricht. Ein unabsichtlicher Ausschluss vom Spiel – etwa durch technische Probleme – wirkte sich hingegen nicht auf die betreffende Hirnregion aus. Ob Zurückweisung oder Verlust einer Bezugsperson: Dass Menschen seelische Schmerzen empfinden, zeigt nach Ansicht der Forscher, wie wichtig soziale Bezie-hungen für Säugetiere sind. Auch das Schreien von Kindern schlägt sich bei Müttern in einer erhöhten Aktivität des ACC nieder.

(Science, 10.10.2003, S. 290)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 12 / 2003, Seite 12
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
12 / 2003

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 12 / 2003

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