Direkt zum Inhalt

Archäologie: So lebten und starben die Söldner

Vom Hunger bedroht, verdingten sich viele junge Männer in den katholischen und protestantischen Heeren. Tausende fielen in der Schlacht von Wittstock, 125 von ihnen fanden in einem Massengrab ihre letzte Ruhestätte.
Menschlicher Schädel im Sand

"Die letzten Monate waren hart. Im Spätsommer erhielten wir Schotten den Befehl, uns mit der schwedischen Hauptarmee zu vereinen. Das schnelle Marschtempo, die schwere Ausrüstung, die miserable Versorgung und wiederkehrende Angriffe haben uns heftig zugesetzt." Fergus MacMillan, Musketier einer schottischen Brigade, kämpfte am 4. Oktober 1636 vor den Toren von Wittstock für die schwedische Seite gegen das vereinte Heer des Kaisers und des sächsischen Kurfürsten. Es war das Ende eines mehrwöchigen Katz-und-Maus-Spiels: Der schwedische Feldmarschall Johan Banér versuchte eine Entscheidungsschlacht zu erzwingen, der sich die Verbündeten immer wieder entzogen. Ende September gelang es ihm jedoch durch mehrtägige Märsche, den bei Wittstock lagernden kaiserlich-sächsischen Truppen die Rückzugswege abzuschneiden.

Als das 15 000 bis 22 000  Mann starke schwedische Heer die Ebene erreichte, hatte sich die mindestens 18 000 , vielleicht 22  000 Mann zählende Armee des Gegners bereits in einem strategisch günstigen Areal südwestlich der Stadt verschanzt und erwartete den Angriff in sicherer Stellung. Doch Banér schickte seine Kavallerie über beide Flanken des Gegners in dessen Rücken. Dieser musste die Deckung verlassen, und es begann ein stundenlanges Gemetzel. Bei Einbruch der Dunkelheit endeten die Kämpfe ohne eindeutigen Sieger. Wer noch lebte, ließ sich ermattet auf dem Boden nieder. Offiziere holten Meldungen zu den Verlusten ein. Etwa drei Stunden später erkannten die Verbündeten ihre Niederlage und verließen das Schlachtfeld im Schutz der Nacht …

Juli 2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Juli 2018

Kennen Sie schon …

46/2018

Spektrum - Die Woche – 46/2018

In dieser Ausgabe widmen wir uns Waldbränden, Maßeinheiten und Walen.

45/2018

Spektrum - Die Woche – 45/2018

In dieser Ausgabe widmen wir uns Flüssen, der Teilchenphysik und den Pflanzen.

Forensik - Spuren in Knochen und Blut

Spektrum Kompakt – Forensik - Spuren in Knochen und Blut

Bei unbekannter Todesursache und -zeitpunkt liefern DNA, Mikroben sowie chemische und physikalische Spuren in und um den Leichnam Hinweise, die Forensiker auswerten, um die letzen Stunden des Verstorbenen zu rekonstruieren - und so auch Straftaten aufzuklären.

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen

Eickhoff, S., Schopper, F. (Hg.):1636 – ihre letzte Schlacht. Leben im Dreißigjährigen Krieg. Ausstellungskatalog. Theiss, Stuttgart 2012

Eickhoff, S., Schopper, F. (Hg.): Schlachtfeld und Massengrab. Spektren interdisziplinärer Auswertung von Orten der Gewalt. ­Forschungen zur Archäologie im Land Brandenburg 15. Branden-bur­gisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum, Wünsdorf 2014