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Zoologie: Die Tricks der Fühlerschlange

Eine kleine Wasserschlange überrumpelt ihre Beute mit höchst ausgeklügelten Techniken – und in atemberaubendem Tempo. Solche Raffinessen beherrscht sie schon von Geburt an.
FühlerschlangeLaden...

Wir Menschen bilden uns viel auf unser überragendes Gehirn ein. Aber als Biologe hüte ich mich inzwischen davor, die Hirnleistungen anderer Geschöpfe zu unterschätzen, und mögen es angeblich noch so primitive, dumme Tiere sein. Oft haben mir Säugetiere hier schon verblüffende Lektionen erteilt, wie der Sternmull (siehe meinen Artikel Die schnellste Nase der Welt). Doch jetzt brachte mich ein kleines Reptil zum Staunen: die Tentakel- oder Fühlerschlange aus Südostasien.

Erpeton tentaculatus (teils auch als E. tentaculatum bezeichnet) lebt in Gewässern Thailands, Kambodschas und Südvietnams. Die Tiere werden 70 bis 90 Zentimeter lang, sind lebend gebärend und ernähren sich fast ausschließlich von Fischen. Das Auffälligste an dieser kleinen Schlange sind die beiden beschuppten, an Fühler erinnernden Fortsätze oben beidseits des Mauls, eine Besonderheit dieser Art.

Zum ersten Mal fiel mir das seltsame Reptil auf, als ich vor zehn Jahren wieder einmal den Washingtoner "National Zoo" besuchte, wo ich als Student oft gejobbt hatte...

Februar 2012

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Februar 2012

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  • Quellen

Catania, K. C.: Tentacled Snakes Turn C-Starts to Their Advantage and Predict Future Prey Behavior. In: Proceedings of the National Academy of Sciences USA 106, S. 11183 – 11187, 7. Juli 2009

Catania, K. C.: Born Knowing: Tentacled Snakes Innately Predict Future Prey Behavior. In: PLoS One 5, e10953, 16. Juni 2010

Catania, K. C. et al: Function of the Appendages in Tentacled Snakes (Erpeton tentaculatus). In: Journal of Experimental Biology 213, S. 359 – 367, Februar 2010