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Blick in die Forschung: Kurzberichte: Die verlorenen Sterne der Hyaden

Beobachtungen des ESA-Satelliten Gaia werfen ein neues Licht auf den bekannten Sternhaufen der Hyaden. Zwei unabhängigen Forscherteams ist es nun gelungen, die Spuren ehemaliger Mitglieder aufzufinden, die der Sternhaufen im Lauf einiger hundert Millionen Jahre verloren hat.
HyadenLaden...

Der Sternhaufen der Hyaden hat eine lange Geschichte. Er ist seit der Antike bekannt, und seine hellsten Sterne sind mit dem bloßem Auge sichtbar. Als nur einer unter Tausenden von bekannten offenen Sternhaufen in unserem Milchstraßensystem sind die Hyaden derjenige, welcher der Erde am nächsten steht. Daher ist sein Studium von besonderem Interesse: Er lässt sich in allen Einzelheiten mit unseren gegenwärtigen Teleskopen beobachten, so dass wir an ihm die innere Struktur eines offenen Sternhaufen beispielhaft untersuchen können. Der Haufen ist etwa 650 Millionen Jahre alt und seine Sterne ergeben zusammengenommen etwa das 450-fache der Masse der Sonne. Damit sind die Hya­den ein typischer Vertreter für Haufen mittlerer Masse und mittleren Alters.

Zu den Hyaden gibt es mehrere griechische Mythologien. In einer von ihnen leitet sich der Name von den vier weinenden Schwestern des Hyas ab, die nach seinem Tod in Sterne verwandelt wurden. Homer erwähnte diese Sterngruppe im Buch 18 der Ilias zusammen mit anderen hellen Sternhaufen. Diese vier Sterne wurden auf Grund ihrer Nähe am Himmel miteinander verbunden. Ein fünfter Stern, Aldebaran, vervollständigte das Ganze zu einer Gruppe in der Form eines großen V. Es bildet das Gehörn des Stiers. Heute wissen wir, dass Aldebaran physisch nicht zu dem Sternhaufen gehört, da sich seine Raumgeschwindigkeit von jener der eigentlichen Mitglieder stark unterscheidet …

Juni 2019

Dieser Artikel ist enthalten in Sterne und Weltraum Juni 2019

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  • Literaturhinweise

Meingast, S., Alves, J.:Extended stellar systems in the solar neighborhood I. The tidal tails of the Hyades. Astronomy & Astrophysics 621, 2019

Röser, S. et al.: Hyades tidal tails revealed by Gaia DR2. Astronomy & Astrophysics 621, 2019