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Persönlichkeit: Die zwei Gesichter des Selbst

Kennen Sie Ihr wahres Ich? Das ist gar nicht so einfach - denn wer wir sind und wer wir zu sein glauben, sind oft zwei paar Schuhe. Persönlichkeits­forscher entwickeln Methoden, die unbewusste Eigenarten von Menschen entschlüsseln helfen sollen.
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Menschen sagen oft das eine, tun aber das andere. Da ist der Freund, der die Trennung von seiner Ex angeblich schon verkraftet hat und sich trotzdem jeden Abend in den Schlaf weint. Da ist die Schwester, die eigentlich eine Diät macht, aber in unbeobach­teten Momenten Pralinen nascht. Da ist der Arbeitskollege, der sich für ganz besonders schlau hält, doch leider lassen seine Leistungen zu wünschen übrig. Und da ist die Bekannte, die trotz herausragender Fähigkeiten ständig in Sorge ist, dümmer zu sein als die anderen.
Solche Beispiele lehren uns, lieber einmal abzu­warten und zu schauen, ob die Selbstbeschreibungen der Menschen in unserer Umgebung auch wirklich zutreffen. Doch warum erzählt jemand etwa nach dem Scheitern seiner Beziehung nicht, wie es ihm wirklich geht? Viele Gründe sind dafür denkbar. Vielleicht schämt er sich und will nicht zugeben, dass er immer noch an seiner Verflossenen hängt; vielleicht erwarten seine Freunde, dass er den Beziehungscrash nach ein paar Wochen überwunden hat. Auch mangelnde Selbstreflexion mag mitunter eine Rolle spielen: Die Bekannte, die sagt, sie sei dümmer als ihre Kol­leginnen, kann ihre Fähigkeiten vielleicht nur nicht angemessen einschätzen. Möglicherweise vergleicht sie sich mit einem allzu perfektionistischen Standard.
Psychologen suchen seit Langem nach Wegen, um die "wahren" Eigenschaften von Menschen zu entschlüsseln ...

September 2012

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist September 2012

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  • Quellen

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Kernis, M. et al.: Secure versus Fragile High Self-Esteem as a Predictor of Verbal Defensiveness: Converging Findings across three Different Markers. In: Journal of Personality 76, S. 477-512, 2008

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