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1792, Paris: Die zweite Revolution

Am 10. August 1792 stürmten aufständische Pariser das Tuilerienschloss und zwangen König Ludwig XVI., Schutz bei der Nationalversammlung zu suchen. Die radikalen Kräfte der Französischen Revolu­tion setzten sich an diesem einen Tag endgültig durch. Am Abend hatte das Land keinen König mehr.
Seit Tagen lag eine trockene, schier unerträgliche hochsommerliche Glut über der Stadt. Und auch das Blut vieler Pariserinnen und Pariser kochte, weil fast alle Verwandten, Freunde und Anhänger der königlichen Familie im Exil gegen Frankreich agitierten.

Der jüngere Bruder des Königs, Ludwig Graf von Provence (1755–1824), hatte sich im sicheren Koblenz zum legitimen Regenten Frankreichs erklärt und war dabei, Ministerposten zu besetzen und eine Regierung gegen Frankreich zu installieren. Diese Sandkastenspiele waren aber noch nicht einmal das Stadtgespräch Nummer eins. Das war seit Anfang August ein Drohbrief von Carl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig (1735–1806) an die Franzosen. In herrischem Ton befahl der deutsche Fürst den aufständischen Parisern, sich umgehend wieder dem König zu unterwerfen. Allen Revolu­tionären drohte er mit gnadenloser Bestrafung. Der Herzog von Braunschweig stellte ihnen »militärisches Gericht und die totale Zer­störung« in Aussicht, sollten sie »die geringste Gewalt, den geringsten Frevel« gegen König oder Königin wagen, um deren Wohlergehen man sich jenseits des Rheins sorgte – ein Affront gegen die Pariser.

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