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Welt der Wissenschaft: Observatorien: Die Zyklen des Himmels entdecken

Wann ist Mittag? Wie verändert sich der Lauf der Sonne im Rhythmus eines Jahres? Was ist die astronomische Ursache der Jahreszeiten? Warum geht der Mond mal im Nordosten, mal im Südosten auf? Wer solche Fragen stellt, findet die Antworten auf spielerische und spannende Art auf einem Relikt des Ruhrgebiet-Bergbaus.
Astronomische Konzepte spielten schon früh im sozialen und religiösen Leben unserer Vorfahren eine bedeutende Rolle. Spätestens mit Beginn des sesshaften Lebens und der Landwirtschaft wurden die jahreszeitlichen Rhythmen der Natur in einen Sonnenkalender gefasst. Um ihn einzurichten, gab es nur eine Möglichkeit: Die am Landschaftshorizont wandernden Auf- und Untergänge der Sonne mussten beobachtet werden. Das jungsteinzeitliche Stonehenge in Südengland ist das vielleicht bekannteste Bauwerk, dem man eine solche Beobachtungsfunktion zuschreibt. Die Symmetrieachse und die sich daran anschließende Prozessionsstraße weisen zur Aufgangsrichtung der Sommersonne am längsten Tag des Jahres und zur Untergangsrichtung der Wintersonne am kürzesten Tag des Jahres. Ausgrabungen in Goseck in Sachsen-Anhalt haben die bislang älteste Kreisgrabenanlage mit astronomischer Funktion aufgedeckt. Vor rund 7000 Jahren wurde dort ein Kultbau aus einem kreisförmigen Graben und zwei Palisadenringen geschaffen, dessen Zugänge und Visierlinien nach astronomischen Gesichtspunkten angelegt wurden. Die ebenfalls in Sachsen-Anhalt gefundene bronzezeitliche Himmelsscheibe von Nebra enthält goldene Randsegmente, die offenbar den der Sonne bei ihren Auf- und Untergängen zugänglichen Bereich des Horizonts symbolisieren….
Februar 2009

Dieser Artikel ist enthalten in Sterne und Weltraum Februar 2009

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