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Brennpunkt Hass: Die Brandstifter aus dem Netz

Extremismus Fast täglich gibt es Angriffe auf Flüchtlingsheime. Fremdenfeindliche Parolen und Gewaltaufrufe verbreiten sich vor allem online. Weshalb – und was lässt sich dem Hass entgegensetzen?
Brand / Feuerwehr q

So viel rechte Gewalt war selten. Mehr als 900 Übergriffe auf Flüchtlinge und Asylunterkünfte zählte das Bundeskriminalamt 2015 – viermal so viele wie im Jahr zuvor. Menschen, die vor Krieg, Hunger und Folter aus ihrer Heimat geflohen sind, schlägt bei ihrer Ankunft statt der viel beschworenen Willkommenskultur blanker Hass entgegen: Brandanschläge, Körperverletzungen, sogar Mordversuche. Laut Innenminister Thomas de Maizière sind zwei Drittel der Täter keine rechtsextremen Szenegänger, sondern "Bürger aus der Region, die sich bisher nichts zu schulden kommen ließen".

Die Taten entstehen nicht im luftleeren Raum. Lokale Bürgerinitiativen organisieren "Widerstand" gegen Flüchtlinge, denen sie pauschal Asylmissbrauch unterstellen. Meistens nutzen sie dazu soziale Netzwerke wie Facebook. Dort jedoch befeuern sich die Nutzer in ihren rassistischen Ansichten gegenseitig oder rufen sogar offen zu Gewalttaten auf. "Raus mit dem Viehzeug", schreibt Janine K. in einem Kommentar. Und Maik S. fordert: "Das verdammte Pack ins KZ und in den Ofen. Ökostrom für Deutschland."

Solche Parolen, die sich früher höchstens Neonazis in kleiner Runde zuraunten, fallen nun öffentlich und können in Sekundenschnelle kommentiert oder mit einem Klick auf "Gefällt mir" bestätigt werden. Mehr als 6000 dieser Agitationen registrierte das Portal jugendschutz.net allein im Jahr 2014, die meisten davon auf Plattformen wie Facebook, Youtube oder Twitter. …

5/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 5/2016

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  • Quellen

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