Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Nobelpreis für Chemie: DNA-Reparatur gegen Krebs und Altern

Tomas Lindahl, Paul Modrich und Aziz Sancar ergründeten, wie die Zelle Schäden im Erbgut ausbessert. Für ihre bahnbrechenden Erkenntnisse erhielten sie nun den Chemienobelpreis.
Nobel ChemieLaden...

Das Erbgut kann einiges wegstecken. Es erfüllt seine Aufgabe zuverlässig über Jahrzehnte und Dutzende von Zellteilungen, wie das dauerhafte Funktionieren unserer unzähligen Körperzellen belegt. Selbst über hunderte und tausende Generationen bleiben die informationstragenden Basenfolgen intakt, obwohl sie jeden Tag unzählige chemische und physikalische Angriffe erleiden und selbst kleine Mutationen im schlimmsten Fall einen Totalschaden verursachen.

Was macht das Erbgut so robust? Einen Teil der Antwort fanden in den 1970er und 1980er Jahren Aziz Sancar, Tomas Lindahl und Paul Modrich, wofür sie nun den Chemienobelpreis erhielten. Die drei Forscher entschlüsselten damals mehrere Mechanismen, mit denen Zellen Fehler in ihrem Erbgut finden und beheben. "Die Fähigkeit, solche Schäden zu reparieren, sorgt dafür, dass unser Genom stabil bleibt", erklärt die Molekularbiologin Anna Müllner vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Das sei auch deshalb wichtig, weil DNA-Defekte uns schneller altern lassen und Krebs fördern. Tatsächlich sind in manchen Tumorzellen einige Reparaturmechanismen außer Kraft gesetzt.

Lange bevor der Träger der Erbinformation bekannt war, wusste man bereits: Röntgenstrahlen und vergleichbare Einflüsse können Zellen auf mysteriöse Weise töten oder dauerhaft verändern. Als Grund stellte sich in den 1940er Jahren heraus, dass sie Schäden an der inzwischen als Erbmolekül identifizierten DNA verursachen. ...

Dezember 2015

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Dezember 2015

Kennen Sie schon …

Seltene Erkrankungen

Spektrum Kompakt – Seltene Erkrankungen

Huntington, ALS, Prionenkrankheiten – das sind nur drei von tausendenen seltenen Erkrankungen. Die Symptombilder sind vielfältig, oft erblich bedingt und in den wenigsten Fällen heilbar. Doch langsam macht die Medizin auch hier Fortschritte.

3/2021

Spektrum der Wissenschaft – 3/2021

In dieser Ausgabe widmet sich Spektrum der Wissenschaft den Themen Krieg im Orbit und autonome Waffensysteme. Außerdem im Heft: Covid-19 und Immunabwehr, mit Überlichtgeschwindigkeit durch die Wand sowie Algorithmen: die psychologischen Tricks digitaler Manipulation.

Leben mit dem Tod

Spektrum Kompakt – Leben mit dem Tod

Tod und Trauer sind wieder präsent geworden in unserem Alltag. Wie wollen wir aus der Welt gehen? Was können wir für Sterbende tun? Und was hilft Hinterbliebenen, mit ihrem Verlust umzugehen?

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!