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Stammzellforschung: Doch keine Wunderwaffe



Stammzellen gelten als die kommenden Wunderwaffen zur Behandlung von Leiden wie Parkinson-Krankheit oder Herzinfarkt; denn sie haben die Fähigkeit, die unterschiedlichsten Arten von abgestorbenem Gewebe nachzubilden. Embryonale Stammzellen sind dabei am vielseitigsten, aber ihre Gewinnung wirft ethische Probleme auf. Umso erfreulicher waren deshalb jüngste Berichte, wonach auch "adulte" Stammzellen aus dem Körper von Erwachsenen für die Neubildung von Gewebe geeignet sind. So bewiesen Untersuchungen angeblich, dass aus Knochenmarkzellen beispielsweise Nervengewebe entstanden war. Das widersprach allerdings bisherigen Erfahrungen, wonach adulte Stammzellen nur ein begrenztes Sortiment von Zelltypen bilden können. Ein britisch-amerikanisches Forscherteam hat deshalb jetzt genauer hingeschaut. Dabei stellte sich heraus, dass adulte Stammzellen unter bestimmten Bedingungen lediglich mit Zellen in ihrer Nachbarschaft verschmelzen. Bei Versuchen mit Farbmarker-Genen sieht das dann so aus, als hätten sie Neugewebe gebildet. Das ist jedoch nicht der Fall. Schlimmer noch: Die entstandenen Fusionszellen enthalten ein verdoppeltes Erbgut und könnten wegen dieser Anomalie sogar neue Krankheiten auslösen. (Nature, Bd. 416, S. 542)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 5 / 2002, Seite 52
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
5 / 2002

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 5 / 2002

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