Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Fertigungstechnik: Drucken in drei Dimensionen

Ein Objekt durch schrittweises Hinzufügen von Material herstellen: Das ist das allgemeine Prinzip des 3-D-Drucks. Solche Techniken entwickeln sich derzeit rasch, haben gewisse Branchen bereits komplett erobert und werden zunehmend auch für Privatpersonen interessant.
3D-Druckmodell des Moleküls PorinLaden...

Heute haben sich überraschend 15 Gäste zum Abendessen angesagt, aber Ihr gutes Geschirr reicht nur für zwölf Personen. Kein Grund zur Panik! Sie setzen sich vor Ihren Computer und suchen die Musterdateien für Ihre Bestecke, Teller und Gläser heraus. Dann schalten Sie Ihren 3-D-Drucker ein, vergewissern sich, dass er am Computer angeschlossen ist und die Vorratsbehälter gefüllt sind. Ein letzter Mausklick, und einige Minuten später erscheint das benötigte Geschirr, fabrikneu glänzend, im Ausgabebehälter des Druckers.

Utopische Idee für eine ferne Zukunft? Nicht wirklich. Seit einigen Jahren nimmt das Herstellen von Gegenständen durch dreidimensionales (3-D-)Drucken einen derartigen Aufschwung, dass viele schon von einer neuen industriellen Revolution sprechen. In den 1980er Jahren entstanden, fand die Technik zunächst nur Anwendung in gewissen Nischen, namentlich bei der Produktion von Prototypen für die Industrie; daher auch der frühere Name "rapid prototyping" (schnelle Prototypherstellung). Mittlerweile wird sie jedoch für immer mehr Akteure attraktiv, bis in den privaten Bereich. Zu den neuen Nutzern zählen Architekten, Schmuckhersteller, Künstler und Designer, Mediziner, Lehrer und insbesondere Wissenschaftler.

Das amerikanische Consulting-Büro Wohlers Associates schätzt den weltweiten Umsatz der Branche auf etwa zwei Milliarden Euro. Zwischen 2008 und 2011 hat sich die Zahl der verkauften 3-D-Drucker für den persönlichen Gebrauch mehr als verdreifacht. Privatpersonen haben 2013 mehr als 55 000 Geräte erworben, eine Steigerung von 49 Prozent gegenüber 2012. Große Unternehmen entdecken das Marktsegment für sich. So hat Microsoft im August 2013 angekündigt, dass sein Betriebssystem Windows 8 Dateien für den 3-D-Druck unterstützen wird; die Transportfirma UPS bietet in ausgewählten Annahmestellen einen 3-D-Druckservice an, ebenso der französische Bürowarengroßhändler Top Office; der Onlinehändler Amazon hat 3-D-Drucker und Zubehör schon in sein Sortiment aufgenommen.

Wie funktioniert der 3-D-Druck? Wo liegen seine Möglichkeiten und Grenzen? Wozu wird er heute angewandt? Und wie wird er die Welt verändern? ...

Juni 2014

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Juni 2014

Lesermeinung

1 Beitrag anzeigen

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen

Anderson, C.: Makers. Das Internet der Dinge: die nächste industrielle Revolution. Hanser, München 2013

Berchon, M.: L’impression 3D. Eyrolles, Paris 2013

Pettis, B. et al.: Getting Started with MakerBot. O’Reilly, Sebastopol (California) 2012