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Wasserwirtschaft: Wege aus der Trockenheit

Deutschland war einmal ein wasserreiches Land. Heute gehört es zu den Regionen, die weltweit am meisten Wasser verlieren. Seit 2018 beschleunigt sich die Entwicklung noch weiter. Doch die Austrocknung ist kein Schicksal: Mit der richtigen Herangehensweise können wir gegensteuern.
Niedrigwasser des Rheins in Düsseldorf am 11. August 2022.

In Sachsen und Brandenburg brannten Wälder. Der Rhein führte zeitweise so wenig Wasser, dass Schiffe Probleme hatten, ihn zu passieren: So und ähnlich lauteten die Schlagzeilen des Sommers. Auf einmal, so scheint es, ist das Thema Trockenheit mitten in Deutschland angekommen. Das war bis vor einigen Jahren ganz anders – weder in der Öffentlichkeit noch in den wissenschaftlichen Fachgremien interessierten sich die Menschen für Wassermangel. Doch jetzt, nach mehreren aufeinanderfolgenden Dürrejahren, hat sich das geändert.

Wie konnte es dazu kommen? Hat der Klimawandel Deutschland schlagartig aus einer Situation des Überflusses in eine Lage des Mangels katapultiert? Ganz so einfach ist es nicht, denn verschiedene Faktoren spielen eine Rolle, wenn Wasserknappheit entsteht.

Im Vergleich zu den regenarmen und trockenen Regionen der Welt war und ist Deutschland weiterhin ein relativ wasserreiches Land. Auf Grund der günstigen klimatischen Gegebenheiten ist man hier lange recht sorglos mit dem kostbaren Gut umgegangen. Wie man das Wasser sparsam einsetzt, wo natürliche Landschaften als Wasserspeicher dienen können und wie sich die Landnutzung auf den Wasserhaushalt auswirkt, wurde kaum beachtet. Doch die Dürreperiode von 2018 bis 2020 sowie auch der extrem trockene Sommer 2022 – sehr wahrscheinlich eine Folge des Klimawandels und ein Vorbote dafür, wie sich die Situation in Zukunft entwickeln wird – haben deutlich gezeigt, wie wenig nachhaltig wir mit den kostbaren Gut Wasser umgehen. Wenn wir für die Zukunft gerüstet sein wollen, müssen wir jetzt umsteuern. Das bedeutet einen Paradigmenwechsel im Wassermanagement, einen grundlegenden Wandel in Umgang mit der Ressource in der Landschaft. Denn es genügt langfristig nicht, bestimmte Arten der Wassernutzung während Extremphasen zeitweise zu verbieten oder neue Fernwasserleitungen zu bauen …

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  • Quellen

Pahl-Wostl, C.: Water governance in the face of global change – from understanding to transformation. In: Water governance: concepts, methods and practice, Vol. 1. Springer International Publishing, 2015

Rakovec, O. et al: The 2018–2020 multi-year drought sets a new benchmark in Europe. Earth's Future 10, 2022

Riedel, T. et al.: Niedrigwasser, Dürre und Grundwasserneubildung - Bestandsaufnahme zur gegenwärtigen Situation in Deutschland, den Klimaprojektionen und den existierenden Maßnahmen und Strategien. Umweltbundesamt, 2021

Thober, S. et al.: Auswirkungen der globalen Erwärmung auf hydrologische und agrarische Dürren und Hochwasser in Deutschland. Ergebnisse aus dem Projekt HOKLIM: Hochaufgelöste Klimaindikatoren bei einer Erderwärmung von 1.5 Grad. Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ, 2018

Wunsch, A. et al.: Deep learning shows declining groundwater levels in Germany until 2100 due to climate change. Nature Communications 13, 2022