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Editorial


Liebe Leserinnen, liebe Leser,



lieber reich und gesund als arm und krank, besagte einst ein Spontispruch. Aber warum bleibt der Mensch nicht immer gesund? Warum leidet der menschliche Körper? Was bedeutet es, wenn wir von Schluckauf, Husten, Arteriosklerose, Depressionen oder Krebs befallen werden? Ist der Körper, wie zwei Forscher auf Seite 38 über den „Evolutionären Ursprung von Krankheiten“ behaupten, eine „Ansammlung krasser Widersprüche“?

Der „Sinn“ menschlicher Gebrechen oder auch mancher Fehlkonstruktion, sagen die Autoren, erkläre sich allein aus der biologischen Evolution. Mich jedenfalls hat es überrascht, wie es im Licht von Darwins Theorie zu bewerten ist, wenn uns das Fieber befällt, Schwangeren morgens übel wird, oder sich der Blinddarm entzündet.

Beim Kampf ums Dasein bedient sich die Natur vielfältiger Strategien, bei denen die Anfälligkeit für Krankheiten plötzlich im positiven Lichte erscheint: als Abwehrmechanismus in Form von Husten und Fieber oder als Konfliktfähigkeit gegenüber anderen Lebewesen.

Die evolutionsbiologische Funktionsanalyse zeigt aber auch: Wir müssen mit einigen „sehr unglücklichen Altlasten“ leben. Die natürliche Selektion sorge keineswegs für eine größtmögliche Gesundheit. Sondern, auch wenn es schmerzvoll ist, „nur für den größtmöglichen Fortpflanzungserfolg“.



Schon im November letzten Jahres gaben wir dem Begründer der modernen Naturwissenschaft die Ehre: Galileo Galilei. In einem biographischen Sonderheft stellten wir Leben und Werk dieses „unruhigen Geistes“ vor – als Auftakt einer neuen, vierteljährlichen Reihe innerhalb unserer Sonderhefte („Spezial“, „Dossier“, „Digest“). Der Nächste im Reigen überragender Naturforscher erwartet Sie Anfang März: „Isaac Newton“.

Gute Gesundheit wünscht

Ihr Reinhard Breuer

PS: „Spektrum“-Kennern wird es vielleicht auffallen: Ab diesem Heft werden die beiden Rubriken „Forschung und Gesellschaft“ sowie „Forum“ zusammengefaßt. Die Schwerpunktthemen von „Entwicklung & Technologie“ werden zum Magazin „Technologie“ erweitert. Beides geschieht, um Ihnen künftig mehr Wissenschaft und eine größere Vielfalt bei Technologie-Themen bieten zu können.


Aus: Spektrum der Wissenschaft 1 / 1999, Seite 3
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
1 / 1999

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 1 / 1999

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