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Editorial



Wenn wir im Titelthema vom "neuen Kosmos" sprechen, beleuchtet das die rasante Entwicklung auf diesem Feld. Beobachtungen haben in den letzten Jahren den Verdacht erhärtet, dass sich das Universum in seiner Expansion beschleunigt. Nun versuchen die Forscher zu klären, welche "Urkraft" hinter dieser All-Gewalt steckt, die das Universum durch ihre abstoßende Wirkung – entgegen der "gewöhnlichen", anziehenden Gravitation – in eine düstere Unendlichkeit zerstieben lässt.

Dazu schildern führende Kosmologen und Teilchenphysiker in einer zweiteiligen Folge, wie sie dieses vielleicht tiefgründigste Rätsel der Welt lösen wollen – mit neuen Fundamentaltheorien und verbesserten Beobachtungen durch geplante Satelliten (Seite 30).

Irdischeren Fragen wenden sich unsere Altersforscher zu. Es scheint wie der unvermeidliche Fluch des Älterwerdens, dass 15 Prozent der 65-Jährigen und ein Drittel aller 85-Jährigen von Altersschwachsinn befallen werden, meist als Opfer der Alzheimer-Krankheit. Weil gewisse Gehirnregionen absterben, verlieren solche Patienten allmählich ihr Gedächtnis, ihre Persönlichkeit sowie die Kontrolle über ihre Körperfunktionen.

In den Gehirnen von Alzheimer-Patienten lagern sich Proteinklumpen ab, so genannte Plaques. Von einem generellen Heilmittel sind die Forscher noch meilenweit entfernt. Dennoch keimt Hoffnung: Seit kurzem testen amerikanische Mediziner einen Impfstoff, der – zumindest bei Mäusen – nicht nur die Zusammenballung neuer Klumpen im Gehirn hemmt, sondern sogar bereits bestehende abbaut. Die entsprechenden Tiere jedenfalls scheinen ihre "Geisteskraft" teilweise wiederzuerlangen. Klinische Studien müssen nun klären, ob diese Therapie auch beim Menschen funktionieren könnte (Seite 44).

Alljährlich pilgern Touristen zu den Felsgräbern von Petra im südlichen Jordanien. Wie der Archäologe Robert Wenning von der Katholischen Universität Eichstätt beschreibt, sind die Ursprünge des in der Bibel erwähnten Volkes der Nabatäer, die in Petra ihren Hauptsitz hatten, immer noch rätselhaft. Kein Wunder: Jahrhundertelang waren die Ruinen Europäern versperrt. Eigenes Schriftgut haben die Fürsten des Weihrauchhandels kaum hinterlassen. Griechische und römische Historiker beschrieben die Nabatäer allzu sehr aus ihrer Sicht. Nun liefert Wenning durch Auswertung alter Schriften und archäologischer Befunde neue Einsichten (Seite 76).

Aus: Spektrum der Wissenschaft 3 / 2001, Seite 3
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

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