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Spracherwerb

Ein Bild ist besser als zwei

Eltern und Großeltern greifen gerne zu Büchern mit vielen Illustrationen, wenn sie Kindern etwas vorlesen möchten. Doch weniger ist manchmal mehr, sagen nun Zoe M. Flack und Jessica S. Horst von der University of Sussex in Brighton (England). Zumindest wenn es darum geht, den Spracherwerb bei Vorschulkindern zu fördern: Diese lernen mehr neue Wörter, wenn sie beim Zuhören nur ein einziges Bild sehen.

Die britischen Psychologinnen lasen ihren dreieinhalb Jahre alten Versuchsteilnehmern Geschichten aus einem Kinderbuch vor, in dem sich entweder nur auf der rechten Seite eine Illustration befand oder aber auf beiden Seiten. Die Kinder lernten im Schnitt doppelt so viele neue Wörter, wenn sie pro Doppelseite ein einziges Bild vor sich hatten.

Flack und Horst gehen davon aus, dass ihre kleinen Probanden einen Teil der Aufmerksamkeit dafür benötigten, die passende Illustration zu identifizieren. So sei ihnen weniger Kapazität dafür geblieben, die Wörter zu verarbeiten. Tatsächlich verschwand der Unterschied, wenn die Erwachsenen beim Vorlesen auf das richtige Bild deuteten, wie Flack und Horst schildern. Auch andere Experimente hätten zuvor schon nahegelegt, dass Kinder leichter lernen, wenn beim Zuhören nicht zu viele Reize zugleich auf sie einströmen.

10/2017

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 10/2017

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  • Quelle
Infant Child Dev. 10.1002/icd.2047, 2017