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Verhaltensforschung: Ein Hundeblick sagt mehr als 1000 Worte

Gesichtsausdrücke bei Hunden sind keineswegs nur unwillkürliche Anzeichen von Emotionen, sie dienen auch der aktiven Kommunikation mit Menschen. Zu diesem Schluss kommt eine Arbeitsgruppe um Juliane Kaminski von der University of Portsmouth. Die Wissenschaftler konfrontierten die Vierbeiner mit verschiedenen Situationen und zeichneten dabei deren Mimik auf. Dabei entdeckten sie, dass die Tiere signifikant mehr unterschiedliche Gesichtsausdrücke zeigten, wenn die Aufmerksamkeit eines Menschen auf sie gerichtet war. Ein nichtsozialer Stimulus wie Futter beeinflusste die Hundemimik dagegen nicht.

Ähnlich wie beim Menschen scheinen die Gesichtsausdrücke von Hunden damit nicht nur Gemütszustände wie Freude oder Trauer zu transportieren, sondern auch bewusste Botschaften, glauben die Forscher. Zumindest beobachteten Kaminski und ihr Team bei den Tieren neutrale Gesichtsausdrücke vor allem außerhalb sozialer Situationen. Auch wenn Menschen sie gerade nicht beachteten, bemerkten die Hunde das und verzichteten auf den "Hundeblick". Das volle Repertoire hündischer Mimik kam nur zum Einsatz, wenn ein Mensch hinsah – und das vermutlich ganz bewusst.

1/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 1/2018

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  • Quelle
Sci. Rep. 7, 12914, 2017