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Türkische Geschichte: Ein langer Weg

Vor etwa zweitausend Jahren brachen erste Turkstämme aus Zentralasien in Richtung Süden und Westen auf. Heute pocht die Türkei an die Tore der Europäischen Union. Die Geschichte einer großen Kulturnation auf ihrer mühsamen Wanderung nach Westen
Das Jahr 2008 begann mit einem Paukenschlag: Bei minutiös geplanten Razzien in Istanbul verhafteten die Behörden über 30 Personen. Sie alle sind dringend verdächtig, hinter der Ermordung des armenischen Istanbuler Journalisten Hrant Dink 2007 zu stehen. Außerdem sollen sie auch die Morde an drei christlichen Missionaren im selben Jahr und das tödliche Messerattentat eines erst 16-Jährigen auf den katholischen Priester Andrea Santoro in der Schwarzmeerstadt Trabzon im Jahr zuvor in Auftrag gegeben haben. Weitere Anschläge waren angedacht: etwa auf den Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk, auf mehrere kurdische Politiker oder missliebige Journalisten. Allein diese Vorwürfe waren beunruhigend genug.

Bestürzt reagierten viele Türken jedoch auf den Umstand, dass sich offenbar auch Personen des öffentlichen Lebens führend an der Verschwörung beteiligten – unter anderem ein pensionierter Brigadegeneral. Mittlerweile ist die Akte bei der Staatsanwaltschaft auf 2500 Seiten angewachsen, rund 60 Personen werden verdächtigt, bei der Verschwörung mitgewirkt zu haben – mit jedem Tag, der vergeht, wird die Sache undurchsichtiger. Der Name ihrer Organisation, »Ergenekon«, weist weit zurück in die türkische Mythologie, in ein zentralasiatisches Tal, das der Legende nach einst die Heimat der Urtürken gewesen sein soll.
05/08

Dieser Artikel ist enthalten in epoc 05/08

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