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Astronomie: Ein Ozean im Inneren des Saturnmonds Enceladus

Tief unter dem Südpol des kleinen Saturnmonds Enceladus befindet sich offenbar ein größerer Ozean aus flüssigem Wasser. Darauf deuten Messungen im Schwerefeld des Monds hin, der einen Durchmesser von etwa 500 Kilometern hat und überwiegend aus Wassereis besteht. Forscher um Luciano Iess von der Sapienza Università di Roma führten die Untersuchungen mit Hilfe der Raumsonde Cassini durch, die seit 2004 um den Saturn kreist.

Um den inneren Aufbau von Enceladus näher zu erkunden, lenkten Wissenschaftler die Raumsonde in den Jahren 2010 bis 2012 dreimal bis auf etwa 100 Kilometer an den Saturnmond heran. Bei diesen Vorbeiflügen sendete Cassini ein Funksignal zur Erde, das von Radioteleskopen aufgefangen wurde. Große Masseansammlungen im Innern des Monds beeinflussten über ihre Schwerkraft die Bahn von Cassini, was einen messbaren Dopplereffekt in der Signalfrequenz verursachte. Die Daten deuten auf eine Zusammenballung dichteren Materials unterhalb der Eiskruste des Südpols hin.

Wie die Forscher vermuten, existiert dort 30 bis 40 Kilometer unter der Oberfläche ein Ozean aus flüssigem Wasser. Er könnte bis zu zehn Kilometer tief sein und sich weit in den Norden hinein – bis zu 50 Grad südlicher Breite – erstrecken. Möglicherweise speisen sich aus diesem Ozean die aktiven Geysire am Südpol des Saturnmonds, die Cassini im Jahr 2005 entdeckte. Sie geben Fontänen aus Wasserdampf und feinen Eispartikeln in den Weltraum ab. Aus den freigesetzten Eiskörnchen bildet sich entlang der Umlaufbahn von Enceladus der dünne, aber riesige E-Ring des Saturns.

Juni 2014

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Juni 2014

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  • Quelle

Iess, L. et al.: The Gravity Field and Interior Structure of Enceladus. In: Science 344, S. 78 - 80, 2014