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Wissenschaftstheorie: Ein Ritt über den Bodensee

Die Physik galoppiert von Erfolg zu Erfolg, während in ihren theoretischen Grundlagen überall Löcher klaffen – ein Befund, der nach Aufarbeitung durch die Philosophie schreit.

Kaum eine Leistung des menschlichen Geistes ist stupender als der Fortschritt der theoretischen Physik. Die triumphale Anwendung ihrer Erkenntnisse beweist, dass hier mehr am Werk ist als mathematisches Gedankenspiel. Von den physikalischen Gleichungen führt eine überschaubare Reihe von Übersetzungsschritten zu Dampfmaschinen, Fabriken, Raffinerien, nachts hell erleuchteten Großstädten, Autos, Raketen und Rechenmaschinen.

Doch trotz ihres gigantischen Erfolgs ist aus der theoretischen Physik kein harmonisches, widerspruchsfreies Gebilde geworden. Immer wieder schien die große Vereinigung aller Teilbereiche zum Greifen nah, die einheitliche Feldtheorie, die Weltformel – aber jedes Mal kam eine neue Entdeckung dazwischen und erforderte Anbauten und Umbauten des Theoriegebäudes, das darum weniger einem kompakten Haus als einer losen Siedlung gleicht. Wer sich darin orientieren will, braucht die Philosophie. Sie übersetzt die mathematischen Gleichungen in ein Mittelding von Umgangssprache und Fachlatein. Vor allem die Begründer der Quantenphysik argumentierten notgedrungen philosophisch, um ...

April 2013

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft April 2013

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