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Geistesblitze - Konnektom: Eine neue Karte des Gehirns

Wissenschaftler um David Van Essen von der Washington University in Saint Louis haben einen neuen Atlas des Gehirns erstellt. Sie teilen es in insgesamt 180 Areale pro Hirnhälfte auf, von denen 97 bislang Bestandteile anderer Regionen waren – und damit in der Forschung wenig beachtet. Die Forscher stützen sich auf die Daten von 210 Personen, deren Gehirn im Rahmen des Human Connectome Projects mit diversen Methoden gescannt worden war. Bei einigen dieser Scans stand die Anatomie im Vordergrund, bei anderen die Hirnfunktion. Die Wissenschaftler suchten dann nach Abschnitten, die unter allen Bedingungen als Einheit auftraten. Anschließend validierten sie ihre Aufteilung mit Hirnscans von 210 weiteren Freiwilligen und entwickelten außerdem ein Verfahren, mit dem sich die Areale auch in jedem einzelnen Gehirn identifizieren lassen.

Frühere Karten des Großhirns, wie sie etwa der Anatom Korbinian Brodmann schon Anfang des 20. Jahrhunderts erstellte, stützten sich in der Regel nur auf eine bestimmte Methode. Brodmann untersuchte beispielsweise den Kortex unter dem Mikroskop und fand insgesamt 52 unterscheidbare Felder.

Die Karte, die nun aus dem neuen multimodalen Ansatz hervorging, bezeichnen Van Essen und Kollegen als Human Connectome Project Multi-Modal Parcellation version 1.0 (HCP-MMP1.0). Die Bezeichnung "version 1.0" soll andeuten, dass weitere Verfeinerungen möglich und gewünscht sind. (jd)

Nature 10.1038/nature18933, 2016

10/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 10/2016

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