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Nanotechnologie: Eingewickelte Kohlenstoffdrähte



Kabel ohne Isolierung wären im Haushalt undenkbar – im Mikrokosmos der Nanomaschinen gab es bisher nichts anderes. Jetzt ist es Wissenschaftlern um John A. Gladysz an der Universität Erlangen gelungen, molekulare Drähte aus Kohlenstoff, die sie vor einem Jahr erstmals hergestellt hatten (SdW 9/2001, S. 26), mit speziell synthetisierten Molekülen wie mit einem Isolierband zu umwickeln. Dabei griffen sie auf das Prinzip der Selbstorganisation zurück. Als Isoliermaterial dienten lange Ketten aus Methylengruppen, Grundbausteinen von Fett und Paraffin, die beide nichtleitend sind. An die Enden dieser Ketten hängten die Forscher Phosphoratome. Auch die Kohlenstoffdrähte waren an den Enden besonders präpariert: Sie trugen als eine Art Anker Platinatome mit leicht austauschbaren, kurzen Seitenmolekülen (Liganden). Die Phosphoratome der Isolierketten verdrängten diese Liganden und hefteten sich selbst an das Platin, während die Ketten sich von alleine – per Selbstorganisation – um die Drähte wickelten. Das Ergebnis waren Kohlenstoffdrähte mit jeweils zwei isolierenden Methylensträngen, die sich spiralig um sie herum wanden. (Angewandte Chemie, Bd. 114, S. 1951)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 8 / 2002, Seite 46
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
8 / 2002

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 8 / 2002

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