Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Physikalische Anschauung: Alles nur im Kopf

Albert Einstein arbeitete gern mit Gedankenexperimenten und bewies eindrücklich den Wert dieses Werkzeugs. Damit hinterließ er der Welt ein weiteres Erbe neben seinen berühmten Theorien.
Einsteins Gedankenexperimente

Seine größten Durchbrüche hatte Einstein, indem er sich sehr spezielle Situationen vorstellte und anhand dieser die Folgen einer Theorie überprüfte. Als Jugendlicher, so erinnerte er sich später, fantasierte er, was er wohl sähe, würde er mit einer Lichtwelle reisen – was ihm erste Hinweise auf die Endlichkeit der Lichtgeschwindigkeit gab. Die allgemeine Relativitätstheorie, sein Monumentalwerk zur Gravitation, hat ihre Wurzeln in gedanklichen Auf- und Abfahrten mit einem rasenden Aufzug.

Für einen Theoretiker ist diese Weise zu denken an sich nichts Besonderes. Doch Albert Einsteins außergewöhnliche Leistungen trugen entscheidend dazu bei, das Gedanken­experiment als unverzichtbares Instrument moderner theoretischer Physik zu etablieren. Heutige Wissenschaftler wenden es regelmäßig an, um neue Ideen auszuarbeiten und die Widersprüche bestehender aufzudecken.

Allerdings ergeben sich mit der heutigen Popularität des Gedankenexperiments auch einige unangenehme Fragen. Auf der Suche nach einer "Theorie von Allem", welche die Physik allerkleinster Quantenphänomene mit der auf kosmologischen Größenskalen verbinden würde, lassen sich gerade die vielversprechendsten Ideen noch nicht durch tatsächlich durchgeführte Experimente untermauern. Welchen Wert haben sie für sich allein? Wie weit dürfen wir logischen Schlüssen trauen? Wo lässt sich eine Grenze zwischen wissenschaftlicher Intuition und wilder Fantasie ziehen? Die Geschichte von Einsteins Entdeckungen hinterlässt keine klaren Antworten auf solche Fragen. ...

Kennen Sie schon …

Spektrum - Die Woche – Unsere Forschungshighlights aus 2025

Fortschritte in der Krebsimmuntherapie, neue Erkenntnisse zum Altern, Entwicklungen in der Quantenphysik, KI in der Mathematik und bedeutende astronomische Beobachtungen: In der letzten »Woche«-Ausgabe des Jahres 2025 blicken wir auf die zentralen Forschungsergebnisse zurück.

Spektrum - Die Woche – Von der Entropie zur Quantengravitation

Die Verbindung von Schwerkraft und Quanten ist ein zentrales Rätsel der Physik. Die Informationstheorie liefert Antworten – und vielleicht den Schlüssel zur Quantengravitation. Außerdem: Eine Revolution des Bauens? Carbonbeton benötigt im Vergleich zu Stahlbeton nur einen Bruchteil des Materials.

Spektrum der Wissenschaft – Eine Theorie von allem: Lassen sich Quantenphysik und Schwerkraft vereinen?

Lassen sich Quantenphysik und Schwerkraft vereinen? In der aktuellen Ausgabe der PMT haben wir Beiträge für Sie zusammengestellt, in denen Forscherinnen und Forscher über die Ergebnisse ihrer Suche nach einer fundamentalen Theorie unserer Welt berichten. Entstanden ist eine erkenntnisreiche Sammlung an Beiträgen über die Quantennatur der Raumzeit, denkbaren Experimenten zum Nachweis von Gravitonen, Schwarzen Löchern, der Theorie der Quantengravitation, teleparalleler Gravitation und vielem mehr. Lesen Sie, welche Fortschritte es in den letzten Jahren gab, die Gesetze der Quantenwelt mit den geometrischen Konzepten von Raum und Zeit zu vereinigen, und welche Hürden dabei noch zu überwinden sind.

  • Infos

Halpern, P.: Einstein’s Dice and Schrödinger’s Cat: How Two Great Minds Battled Quantum Randomness to Create a Unified Theory of Physics. Basic Books, 2015

Schreiben Sie uns!

1 Beitrag anzeigen

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.